Hilfe bei «Kindesentführung» Jetzt wehrt sich Pirmin Schwander

Die Berner Justiz prüft, ob sich der Schwyzer SVP-Nationalrat Pirmin Schwander der Gehilfenschaft bei einer Kindesentführung schuldig gemacht hat. Jetzt wehrt sich der SVP-Nationalrat.

Pirmin Schwander zur Kindesentführung: Der SVP-Nationalrat wehrt sich play

Soll sich an einer Kindesentführung beteiligt haben: SVP-Nationalrat Pirmin Schwander.

Screenshot SRF

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In der «SRF-Rundschau» nimmt SVP-Nationalrat Pirmin Schwander Stellung zum Vorwurf, sich an einer Kindesentführung beteiligt zu haben.

Im Oktober 2015 wollte eine Mutter ihre damals anderthalbjährige Tochter nicht wie vereinbart ins Heim zurückbringen. Stattdessen tauchte sie mit dem Kleinkind monatelang unter. Im Juni 2016 wurde sie in Frankreich aufgespürt, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft.

Nun ist publik geworden, dass der Schwyzer SVP-Nationalrat Pirmin Schwander in den Fall verwickelt ist. Darüber berichtet haben am Mittwoch sowohl «Tages-Anzeiger» und «Bund» als auch die «Rundschau» von Fernsehen SRF.

Pirmin Schwander zur Kindesentführung: Der SVP-Nationalrat wehrt sich play
Sarah C. wurde in Frankreich verhaftet.

Schwander ist bekannt als Kritiker der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) – investiert laut eigenen Aussagen vier Stunden täglich in seinen Kampf . Der Frau aus Biel liess er offenbar «spontan» über deren Anwalt 7000 Franken zukommen, als sie auf der Flucht durch Südeuropa war. Allerdings so Schwander, unter der Bedingung, dass sich die Frau den Behörden stelle.

Schwander bestätigte den Sachverhalt. «Die Frau hat Hilfe gebraucht», sagte er in der «Rundschau». Kinder dürften den Eltern «nur im äussersten Notfall» weggenommen werden. Das zweite Kind sei der Mutter schon «vor der Geburt» weggenommen worden. Und: Die Kesb sei «arrogant».

Der erste Kontakt zur Mutter sei Ende Januar 2016 zustande gekommen - er hätte sich gern früher gekümmert. In ihrem Fall sei «alles schief gelaufen», alle Behörden hätten versagt.

Durch seine Unterstützung hat sich Nationalrat Schwander möglicherweise strafbar gemacht. Christoph Gnägi von der Kantonspolizei Bern bestätigte auf Anfrage der sda, dass die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Gehilfenschaft in dem Entführungsfall eröffnet hat.

Gegen wen konkret sich das Verfahren richtet, sagt die Polizei nicht - mit einer Ausnahme: «Die Einreichung eines Gesuchs um Aufhebung der parlamentarischen Immunität von Nationalrat Schwander wird geprüft.» Laut Gnägi handelt es sich um ein laufendes Verfahren. Es gelte nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Pirmin Schwander ist seit langem ein scharfer Kritiker der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. Im Kanton Schwyz ist eine Anti-Kesb-Initiative hängig. Zudem soll in Kürze eine nationale Initiative lanciert werden, die «mehr Schutz der Familie» fordert und das Tätigkeitsfeld der Kesb einschränken will. (sda/sac)

Publiziert am 01.09.2016 | Aktualisiert am 01.09.2016
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24 Kommentare
  • Max  Brüllhardt 01.09.2016
    einfach nur Bravo Herr Schwander, es ist offensichtlich ... die kesb ziegt in vielen Fällen offensichtlich einfach keine menschlichkeit und übt solange Druck aus bis es beim betroffenen kracht. Tönt von Herrn Schaller so als ob da fast wieder jemenad in den selbstmord getrieben worden wäre.
  • Eddie  Flüeler 01.09.2016
    Herr Müller.Eine solche Unterstellung, gegenüber Herrn Schwander, kann um diese Zeit ( 3:12 Uhr) nur unter Alkoholeinfluss geschehen sein.
  • Hans  Keller aus St. Gallen
    01.09.2016
    Herr Schwander hat im Fernsehen einen intellektuellen Eindruck hinterlassen, der für einen Nationalrat bedenklich ist. Eigentlich unglaublich, aber wundern tut es mich nicht.
  • R.  M. aus Schweiz
    01.09.2016
    Das ist wirklich vollkommen aus der Luft gegriffen,Herr Schwanders Immunitaet anzutasten,was soll das Leute.Soll dass der Witz des Tages werden oder will die Buerokratie mal wieder Kosten bis zum Rosten verursachen.Dass sieht doch wirklich jedes Kind,dass Herr Schwander richtig und absolut nicht gegen das Gesetz gehandelt hat,mit der finanziellen Hilfe hat er den Boden der Rueckkehr fuer diese von Blick verpixelte Frau geschaffen.Schafft mal ein richtiges Mami-Foto in die Reportage rein.
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    01.09.2016
    Herr Schwander hat im Interview Fehlentscheide vor etwa 15 Jahren erwähnt. Nur gab es damals KESB noch gar nicht... Damals waren es Gemeinde oder andere Behörden, je nach Region. Da ist es schlichtweg nicht verständlich, dass Schwander Kritik äussert. Dass sich Schwander nun hinter seiner politischen Immunität verstecken will, setzt dem ganzen die Krone auf. Unabhängig von jeder Partei stellt sich die Frage, was unter die Immunität fällt und was nicht. Jeder normale Bürger kann bestraft werden.