Mit Bundesrat Burkhalter Hier werden Kinder zu Lebensrettern

  • Publiziert: 30.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

BERN – Im Beisein von Innenminister Didier Burkhalter haben heute 100 Jugendliche gelernt, was bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu tun ist.

Vier von fünf Herznotfällen ereignen sich ausserhalb von Spitälern und ausser Reichweite von professionellen Rettungsequipen. Möglichst viele Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene sollen deshalb lernen, bei einem Herznotfall richtig zu reagieren.

Die Schweizerische Herzstiftung hat heute in Bern ein Selbstlern-Set mit der Bezeichnung «MiniAnne» lanciert. Ansprechen will sie in erster Linie Schulen, weil sie hofft, dass die Kinder und Jugendlichen die in der Bevölkerung fehlenden Kenntnisse über Lebensrettung weiterverbreiten.

100 Jugendliche übten in Bern mit dem Selbstlernprogramm und nahmen von Bundesrat Didier Burkhalter danach ein Zertifikat entgegen.

«Leben retten» ist nicht Pflichtstoff an den Schulen. Einzig in der St. Galler Gemeinde Rapperswil-Jona und im Tessin gibt es derzeit von der öffentlichen Hand finanzierte entsprechende Projekte.

Fünf Prozent überleben

Rund 8000 Herz-Kreislauf-Stillstände werden in der Schweiz jährlich gezählt; etwa 5 Prozent der Patienten überleben nach Angaben der Herzstiftung. Lediglich 1 bis 2 Prozent der Erwachsenen würden jedes Jahr in Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebildet.

Mit dem Selbstlern-Set können medizinische Laien ab zehn Jahren lernen, wie Herz-Lungen-Massage, Beatmung und automatische externe Defibrillatoren (AED) richtig angewendet werden. Eine Trainingseinheit dauert 30 Minuten; als «sinnvolle Fortsetzung» empfiehlt die Herzstiftung einen herkömmlichen Kurs.

Im Ausland erfolgreich


Eine Studie zeigte laut Herzstiftung, dass der Selbstlernkurs weniger Zeit und Geld erfordert als traditionelle Kurse, die Absolventen das nötige Wissen aber ebensogut erwerben können. Das Selbstlern-Konzept wurde in über 20 Ländern eingeführt, etwa den Niederlanden, Dänemark und Deutschland, den USA und Australien.

Defibrillatoren können per Elektroschock das Kammerflimmern stoppen, das in vier von fünf Fällen bei einem Herzstillstand auftritt, und den Herzrhythmus normalisieren. In den allermeisten Fällen ist neben dem Gerät eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig, wie die Herzstiftung festhält. (SDA)

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