Herzlose Arbeitgeber Endstation Mutterschaftsurlaub

Mütter dürfen bis 16 Wochen nach der Geburt nicht entlassen werden. Vermehrt warten Arbeitgeber diesen Moment ab – und schlagen dann zu.

Kündigung nach Mutterschaftsurlaub: Immer mehr Firmen entlassen Mütter play
Mütter sind am Arbeitsplatz nach der Geburt eines Kindes häufig nicht mehr willkommen. g-stockstudio

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Auf viele Mütter wartet nach dem Babyurlaub eine böse Überraschung: Statt «Willkommen zurück!» heisst es «Tschüss!». Arbeitgeber haben immer weniger Skrupel, Frauen direkt nach dem Mutterschaftsurlaub zu entlassen. Das Problem ist momentan das dominierende Thema bei Schweizer Beratungsstellen.

«Wir verzeichnen einen enormen Anstieg an Anfragen und Beratungen zu diesem Thema», sagt Aner Voloder vom Gleichstellungsbüro der Stadt Zürich zu SRF. Die Zahl der Fälle sei vier Mal so hoch wie noch 2013.

Weitere Gleichstellungsbüros sowie die Schlichtungsstellen für Diskriminierungsfragen in Basel und Zürich bestätigen den Trend. Das Gesetz verbietet es Unternehmen, Frauen während der Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt zu kündigen. Danach jedoch erlischt der besondere Schutz.

Bundesrat sieht das Problem

Die Landesregierung hat das Problem erkannt: In einer Antwort auf einen Vorstoss schrieb der Bundesrat im Mai, Mütter würden nach der Geburt ihrer Kinder zunehmend diskriminiert. Die Zahl der Entlassungen nach dem Mutterschaftsurlaub habe zugenommen, wie eine Statistik der Konferenz der Schlichtungsstellen zeige.

Trotzdem sieht der Arbeitgeberverband keinen Handlungsbedarf. Es gebe keine Hinweise auf einen Trend. «Wir gehen eher davon aus, dass es einzelne Fälle sind, die vielleicht jetzt auch zugenommen haben, weil grundsätzlich vermehrt Frauen in den Arbeitsmarkt einsteigen», sagt Sprecherin Daniella Lützelschwab zu SRF. (rey)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 10.01.2017
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32 Kommentare
  • Fleissiger  Büezer 03.11.2016
    Alle, die sich jetzt beklagen über die Arbeitgeber, sollten generell in vielen Bereichen mal den Missbrauch am Arbeitsplatz bekämpfen ! Wenn immer mehr Leute die Arbeitgeber missbrauchen und ausnützen, müssen andere darunter leiden und unverdient die Konsequenzen tragen; Wenn aber mal wieder viele Leute bei Missbrauch durch eigene Arbeitskollegen nicht einfach nur wegschauen sondern was tun, dann müssen auch die Firmen wieder weniger pauschal Leute entlassen um nicht ausgenutzt zu werden.
  • Alexander  Schmieden aus Muri
    03.11.2016
    Ob es jemanden passt - oder nicht : Eine(r) muss wohl oder übel zu Hause bleiben. Der 2. Verdienst geht eh für die Tagesmutter oder dgl. drauf. Von "Einzelfällen" kann hingegen nicht die Rede sein. Dahinter steckt System. Wenn die Gesellschaft nicht endlich bereit ist, um zu denken, wird sich hier b.a.w. nichts ändern. Der Kündigungsschutz sollte hier auf mind. 5 Jahre angesetzt werden.
    Ist ein illusorischer Vorschlag, ich weiss.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    03.11.2016
    An die Befürworter dieses fiesen Systems, denkt einfach daran dass dann qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, und woher nimmt man sie wohl?? Vielleicht merken es hier einige auch mal, Foifer und Weggli geht einfach nicht, wenn man aus kurzsichtiger Gier eine qualifizierte Frau rauswirft musst man jemand anderes finden, geht das nicht stellt man Leute aus dem Ausland ein! Und schon haben wir wieder das Dilemma! Die Wirtschaft arbeitet gegen uns und das dank wirtschaftsfreundlicher Politik!
  • Urs  Hagen 03.11.2016
    Wir haben in der Schweiz vor allem ein volksfeindliches System. Arbeiten darf eine Frau nicht wenn sie ein Kind geboren hat, und die Konsequenzen trägt die Familie bei einer Kündigung. Zum Budget der Familie kommt die Krankenkasse der Frau und des Kindes kommt noch das fehlen von ihrem Lohn. Dies ist in Deutschland besser geregelt, da ist die KK durch die Erwerbstätigkeit des Mannes bezahlt für die ganze Familie und zusätzlich noch Geld vom Staat für die Mutter.
  • Conny  Sigg 03.11.2016
    Irgendwie verständlich, denn Eltern (in erster Linie Frauen) fehlen oft, wenn mit dem Kind etwas ist. Sie sind nicht flexibel, können keine Ueberstunden leisten. Die nicht erledigten Arbeiten müssen dann die Kollegen übernehmen, auf Dauer nicht sehr prickelnd.