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Stolzer Buchautor: alt Bundesrat und neuer UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger. (Keystone)
«Eine Willensnation muss wollen», heisst Kaspar Villigers Werk. Heute stellt er es vor. Um ein Zeichen zu setzen: «Ich wollte mit dem Buch einen Schlussstrich unter meine politische Tätigkeit ziehen», sagte Villiger. Er wolle kein «politischer» UBS-Präsident sein, sagte der ehemalige Vorsteher das Finanz- und Militärdepartements.
Ganz werde ihm dies wohl nicht gelingen. «Aber ich will nicht der Besserwisser sein», sagte Villiger. Den grössten Teil seines Buches schrieb Villiger vor seiner am 4. März bekanntgegebenen Entscheidung, Verwaltungsratspräsident der UBS zu werden.
Kritik an Blocher
Obwohl derzeit vor allem die Wirtschaft dominiere, setzte Villiger in seinem Buch den Akzent auf der Politik und der Analyse des politischen Systems der Schweiz: «Ich glaube, man muss auch jetzt Grundsätzliches nicht aus den Augen verlieren», sagte er.
Was er geschrieben habe, solle auch noch in einem Jahr und darüber hinaus Gültigkeit haben. Villiger sieht nämlich die «Willensnation Schweiz» auf der Probe. Doch es gebe keine Alternative zu den tragenden Pfeilern der politischen Kultur der Schweiz, der direkten Demokratie und der Konkordanz.
In diesem Sinne rechtfertigte Villiger auch die Kritik an alt Bundesrat Christoph Blocher, mit dem er in seinem Buch als einer der wenigen namentlich hart ins Gericht geht: «Ich hatte eine Sorge, bei der es nicht um die Person ging: Die Sorge, dass der Bundesrat wirklich im Interesse des Landes agiert.»
In den letzten Jahren ist diese Vorgabe durch parteipolitisches Handeln unterminiert worden, so Villigers Meinung. Die Abwahl Blochers sei daher seines Erachtens nicht nur gegen dessen Person gerichtet gewesen.
Für Verständnis der Schweiz
«Das Buch schrieb ich für ein bisschen für mich selber, auch um mit mir ins Reine zu kommen», sagte Villiger. Er hoffe, dass sein Buch in der Schweiz wie auch im Ausland gelesen werde und zum besseren Verständnis der Schweiz beitrage. Bleibt zu hoffen, dass die Schweizer auch den Titel verstehen…(SDA)