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«Ich bin immer noch krank», heisst es auch nach drei Tagen, wenn sich der Arbeitskollege von zu Hause aus meldet. «Stimmt das wirklich?», fragt sich so mancher im Stillen. Und hat wohl gar nicht so unrecht.
Laut der Studie «Krankheit und Arbeitsunfähigkeit» des Rechtsprofessors Ernst Zeller von der Uni Zürich sind mehr als die Hälfte aller Arztzeugnisse gefälscht!
Gefälligkeitsgutachten vom netten Herr Doktor. «Jemand geht zum Arzt, weil Erkältungszeit ist. Und der Arzt fragt von sich aus, ‹wie lange soll ich Sie krankschreiben?›», erzählt Zeller gegenüber «10vor10».
Zeller spricht von 40 bis 60 Prozent «gefälschter» Zeugnisse. Andere Studien würden gar von 75 Prozent unwahrer Arztzeugnisse sprechen, so Zeller.
Formular für Ärzte
Nicht überall kommt Zellers Untersuchung jedoch an: So spricht der Mediziner Dieter Kissling davon, dass der Trend zu komplexeren Krankheiten, vor allem psychosomatischen gehe, die schwer nachweisbar seien.
Ins gleiche Horn wie Ernst Zeller bläst aber Rolf Maegli, Leiter der Sozialhilfe Basel. Es gebe Arztzeugnisse, mit welchen versucht werde, an IV- oder Sozialleistungen zu kommen. Das soll sich ändern: «Wir haben einen Bogen, der vom Arzt ausgefüllt werden muss, weshalb jemand nicht arbeiten kann», erklärt Maegli in der Nachrichtensendung. (spj)
Krank oder einfach blaugeschrieben? Was denken Sie zu Ernst Zellers Studie? Haben Sie sich auch schon «krank» schreiben lassen? Das schrieben unsere Leser!
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Wo tuts denn weh? Eigentlich gar nirgends, aber trotzdem gibts oftmals ein ärztliches Rezept. (Keystone)