Volksinitiative sorgt für rote Köpfe Heisse Debatte zur Todesstrafe

  • Publiziert: 20.08.2010, Aktualisiert: 20.01.2012

BERN - Eine geplante Volksinitiative verlangt die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz. Gegner und Befürworter diskutieren um die Wette.

Die einen sprechen von «Neandertalismus» und «menschenverachtend», die anderen von «sinnvoll» und «vernünftig» – die Wogen gehen hoch beim Thema Todesstrafe.

Seit bekannt wurde, dass ein Initiativkomitee die Todesstrafe in der Schweiz wieder einführen will, rauchen die Köpfe.

«Die sollen sich schämen»

Ganz klar gegen die Todesstrafe ist Blick.ch-Leser Roland Lutz: «Das ist ja wohl das Dümmste, was ich seit langem gelesen habe. Die Initianten sollten sich schämen, überhaupt mit solchen absurden Gedanken an die Öffentlichkeit zu gelangen.»

Eva Winizki pflichtet ihm bei: «Ich bin absolut dagegen. Wir haben bei uns andere Möglichkeiten wie die Verwahrung, die dafür sorgen, dass jemand lebenslänglich im Gefängnis bleibt. Wir haben kein Recht über Leben und Tod zu entscheiden.»

«Wo kann ich unterschreiben?»

Anders sieht das Florian Niederhauser: «Richtig so. Wo kann ich unterschreiben? Warum sollten solche Typen noch 25 Jahre mit unseren Steuergeldern durchgefüttert werden?»

Auch Peter Meier klatscht dem Initiativkomitee zu: «Endlich eine vernünftige Einstellung. Wer tötet, soll getötet werden.» (ldo)

«Todesstrafe verhindert keine Verbrechen»

Daniel Graf von Amnesty International Schweiz kann der Todesstrafe nichts abgewinnen. «Sie verhindert keine Verbrechen», sagte Graf. Das belegten zahlreiche Studien. Er könne nachvollziehen, dass Angehörige von Opfern schlimmer Gewaltverbrechen über die Todesstrafe nachdachten. «Diese Initiative spricht den Bauch an», sagte Graf. Bei klarem Nachdenken sollte allerdings jeder zum Schluss kommen, dass die Todesstrafe – eine grausame Bestrafungsmethode – abgelehnt werden müsse. Auch Anita Chaaban, der Urheberin der Verwahrungs-Initiative, geht die Forderung zu weit: «Mit der Wiedereinführung der Todesstrafe würden wir uns auf die Stufe der Täter stellen», sagte sie gegenüber «Tagesanzeiger.ch». (SDA/ldo)

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