Heikle Daten frei zugänglich Schaffhausen entsorgt Steuererklärungen in Abfallmulde

Intime Details hunderter Schaffhauser über Einkommen, Alimente und Sozialhilfe warteten in einer offen herumstehenden Mulde auf ihre Entsorgung.

Daten-Leak in Schaffhausen: Steuererklärungen liegen in Abfallmulde play
Steuererklärungen landeten in Schaffhausen in dieser Mulde. shn/Zeno Geisseler

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In einer offen herumstehenden Abfallmulde hat die Stadt Schaffhausen hunderte von alten Steuererklärungen entsorgt. Dabei waren heikle Daten gut sichtbar. Der kantonale Datenschützer erhob Aufsichtsbeschwerde gegen den Stadtrat und reichte Strafanzeige gegen unbekannt ein.

Er habe sofort verfügt, dass die Akten von der Strasse zu nehmen seien, sagte der Datenschutzbeauftragte Christoph Storrer am Donnerstag auf Anfrage der sda. Er bestätigte damit eine entsprechende Meldung der «Schaffhauser Nachrichten».

Die Steuererklärungen, die vor dem Schaffhauser Stadthaus auf ihre Entsorgung warteten, stammten aus dem Jahr 2006. Die Daten über Einkommen und Vermögen sind für den Datenschützer nicht einmal das grosse Problem. Heikel seien aber Angaben über Scheidungen, Alimente, Krankheiten oder Sozialhilfe.

«Die Vernichtung der alten Steuerdossiers auf diese Weise ist seit Jahren ein eingespielter und bewährter Prozess», wird Finanzvorstand Daniel Preisig in der Zeitung zitiert. Die Mulde werde von einem Mitarbeiter beaufsichtigt. Dem Journalisten gelang es aber problemlos, die Mulde zu fotografieren und hineinzugreifen.

Die Stadt will nun prüfen, ob beim Entsorgen der Akten zusätzliche Sicherheitsmassnahmen notwendig sind. Die Steuererklärungen wurden mittlerweile in die Kehrichtverbrennung gebracht. (SDA)

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 05.01.2017
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10 Kommentare
  • Christian  Laveri aus Freiburg
    05.01.2017
    Ist nicht das erste mal das das passiert und bestimmt nicht das letzte mal. Von der "Dunkelziffer" wollen wir gar nicht erst reden. Soviel zur Datensicherheit unserer Behörden, deshalb ist es richtig, dass das Bankgeheimnis in der Verfassung verankert wird, dann können wir diese liederlichen Beamten endlich des Verfassungsbruchs anklagen.
  • Hubsyn  - aus Tamins
    05.01.2017
    «Die Vernichtung der alten Steuerdossiers auf diese Weise ist seit Jahren ein eingespielter und bewährter Prozess» - Dieser Satz ist in meinen Augen die Unterschrift unter die Kündigung. So jemand darf bei seiner Arbeit nicht so eine Verantwortung tragen, wie man hier sieht ist das fahrlässig.
  • Mike  Müller aus Zürich
    05.01.2017
    Jetzt wissen wir aus berufenem Munde, was wir unter einem bewährten amtlichen Ablauf zu verstehen haben: «Die Vernichtung der alten Steuerdossiers auf diese Weise ist seit Jahren ein eingespielter und bewährter Prozess».........
  • Andi  Schweizer aus Dübendorf
    05.01.2017
    Ist doch egal. Für 15 CHF erhalte ich von jedem Steuerzahler in der Schweiz eine Steuerauskunft bei seiner Wohngemeinde. Ich muss als Begründung nur sagen dass er mir Geld schuldet. Weiss nicht was das Theater soll. Solange die Leute auf Facebook etc schreiben wann sie mit wem wo was gemacht haben müssen sie sich ob solchem Zeugs nicht nerven.
    • Albert  Knoll 05.01.2017
      Sie erhalten Auskunft über Einkommen und Vermögen. Das sind zwei blanke Zahlen, die weder über Scheidungen, Alimente, Krankheiten oder andere heikle Daten und Zahlen Auskunft geben. Zudem sollten Sie als in Kt. ZH wohnhafter Steuerzahler wissen, sie bei Ihrem Steueramt die "Auskunftssperre der Daten im Steuerregister" verlangen können. Das Formular können Sie bei steueramt.zh.ch herunterladen. Da kann kommen, wer will, und Einsicht verlangen. Er wird abblitzen. So viel zum Thema Halbwissen.
  • Ruedi  Lanz aus Aarburg
    05.01.2017
    Die Mulde wird von einem Mitarbeiter beaufsichtigt. Natürlich kennt man in Schaffhausen keine Arbeitspausen, und auf die Toilette muss der Mann auch nie! Schon einmal etwas von einer Verbrennungsanlage gehört?