Hanspeter Graf (64) sah die Schiesserei von Rehetobel AR «Plötzlich taumelte ein Polizist aus dem Schopf»

REHETOBEL AR - Polizisten kämpften vor seinem Haus um ihr Leben. Hanspeter Graf (64) erlebte die Bluttat von Rehetobel AR aus nächster Distanz.

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Die Idylle in Rehetobel AR wird am Dienstagmorgen jäh zerstört. Hanspeter Graf (64) ist gerade dabei, sein Bett zu machen, als plötzlich Schüsse fallen. Vor seinem Haus wurde aus einer Hanf-Razzia ein Kampf um Leben und Tod. Vier Polizisten sind vor Ort. Alle in Zivil.

Zwei Beamte tragen zusammen mit Roger S.* (†33) diverse Gegenstände aus dem Schopf. Plötzlich Schüsse. «Zuerst dachte ich an eine Übung», sagt Graf zu BLICK. Der Hotelfachmann erinnert sich: «Dann taumelte schon ein Polizist aus dem Schopf.» Es ist einer der Beamten, der vorher noch beim Tragen geholfen hatte. Er ist schwer getroffen. Zwei weitere Polizisten, die eigentlich nur die Aktion flankiert hatten, suchen hinter einem Kleinbus Schutz und erwidern das Feuer.

Nach den Schüssen haute er ab

Augenzeuge Graf weiter: «Der Getroffene schleppte sich zu einem Nachbarhaus, wo er laut um Hilfe schrie.» Der Mann habe eine Schusswunde am Knie gehabt. Eine zufällig vorbeikommende Autofahrerin hält an, leistet dem Beamten (37) erste Hilfe, gibt ihm eine Rettungsdecke. Was Hanspeter Graf aus seinem Winkel nicht sieht: Ein junger Polizist (29) ist mit einem Herzsteckschuss noch viel schlimmer verletzt.

Der Anwohner bekommt vom Fenster nur mit, wie die Polizisten verzweifelt und hektisch Verstärkung anfordern. Die neu eintreffenden Polizisten vermuten Roger S. noch in der Nähe, durchsuchen auch das Haus des Zeugen. «Dabei war er längst über alle Berge. Ich sah ihn das Tobel hinabspringen, dann verschwand er im Wald.»

Woher hatte Roger S. die Waffen?

Seine letzten Stunden verbringt Roger S. rund um sein Haus auf einer Hügelkuppe – dorthin kam er noch zu Fuss. Denn: Seine Wohnadresse liegt nur einen Kilometer vom Schopf entfernt.

Jetzt ist er auf sich allein gestellt. Umzingelt. In der Falle. In seinem Rucksack hat er mehrere seiner geliebten Schusswaffen. Ein Schulfreund beschreibt den Schützen als Einzelgänger: «Er liebte Knarren. In seinem Elternhaus waren sie praktisch immer verfügbar. Sie hatten auch einen Schiesskeller daheim.» 

Nach stundenlangen Verhandlungen mit den Beamten richtet sich Roger S. schliesslich selbst. Mit einer Waffe, die er nach seiner Verurteilung wegen mehrfacher versuchter Tötung eigentlich gar nicht haben dürfte. Kam sie aus seiner schiessbegeisterten Familie? «Kein Kommentar. Wir ermitteln in alle Richtungen», sagt Hanspeter Saxer, Sprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden.

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
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12 Kommentare
  • christoph  eschbach aus pratteln
    05.01.2017
    Ok jetzt mal Klartext Er wsr bekannt u hatte schon auf Personen geschossen . Und durfte noch waffen haben wurde nie Kontrolliert .Jeder Autofahrer welcher mal ueber den Durst getrunken hat und sein Ausweis abgeben musste wird immer wieder Kontrolliert .Zweitens wenn die Polizei dort hin ging zum Kontrollieren und haben gewusst dass er waffen hat haben sie aber in der Ausbildung nicht gut aufgepasst den in dem moment haetten sie ihn in Handschellen im Auto unter beobachtung halten sollen
    • Charly  aus Belp
      05.01.2017
      Dieser Meinung bin ich auch, was mich immer wieder und am meisten stört: dass all die Verbrecher viel mehr Rechte haben als die ehrlichen Bürger/Innen, wenn all diese Verbrecher und Kriminelle genau gleich behandelt würden wie heute die Autofahrer/Innen, müssten ja alle Verbrecher mindestens für 100 Jahre hinter Gitter, was haben wir für eine Politik???

    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      05.01.2017
      Und wer gibt diese Rechte? Es sind alle die bürgerlichen Politiker, die seit Jahren eine bessere und stärkere Waffenkontrolle erfolgreich immer wieder verhindern und dies als Zeichen der Freiheit werten. Wir gehen langsam in Richtung USA, wo es an der Tagesordnung ist, dass Leute erschossen werden dank der mächtigen Waffenlobby. Und wer kontrolliert in der Schweiz einen privaten Waffenkeller? Kann ich den einfach einrichten?
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      05.01.2017
      Sorry, die Aussage ist einfach nur lachhaft! Der Täter hat nicht das "Recht" eine Waffe zu trage, er nimmt sie sich einfach und Punkt! Deshalb ist er ja ein Verbrecher! Im übrigen sperren sich die Bürgerlichen seit Jahren gegen strenge Waffengesetze, wohin das führt sieht man hier! Ich will keine Zustände wie in Amerika!
    • Petra  Meyer 06.01.2017
      Nein, Roger S. durfte keine Waffen haben, er hatte sie illegal besessen. Zudem ist betrunken Autofahren KEIN Kavaliersdelikt und ich bin froh, werden diesenTypen ständig kontrolliert, denn mit Alkohol im Blut ist man als Autofahrer eine potentielle Gefahr für alle andern Strassenteilnehmer. Ich habe im Spital zur Genüge erlebt, wie Unschuldige durch alkoholisierte Fahrer schwer verletzt wurden.
  • Daniel  Niklaus aus Oberentfelden
    05.01.2017
    Ich finde, dass die Polizei da gewaltige Fehler gemacht hat. Kann mir nicht vorstellen, dass diese Polizisten da auf das geratewohl bei diesem zu Hause aufgetaucht sind. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sie über seine einschlägigen Vorstrafen nicht im Bilde waren. Wieso wurden da keine Massnahmen zu ihrer Sicherheit getroffen?
    Trotz allem, finde ich dies eine dubiose Geschichte, wie man da vorgegangen ist.
    • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
      05.01.2017
      Herr Niklaus, da hilft nur eines. Werden Sie Polizist, wenn Sie es scheinbar besser können. Der Täter war zuerst kooperativ, wehe er wäre da in Handschellen gelegt worden, die Medien hätten losgezettert. Und gemäss Aussage des Polizeikommandanten hätten die Schusswesten gegen die in diesem Fall erfolgten Schüsse nicht einmal geholfen. Aber kritisieren ist eben immer einfacher als als Polizist selbst täglich der Gefahr von Leben und Tod ausgesetzt zu sein.
    • Walter-René  Gigli aus Thun
      05.01.2017
      Lesen Sie überhaupt die Artikel: besagter Kerl wurde auf die Wache vorgeladen, auf Waffen untersucht und einvernommen. Anschliessend gings zu besagter Scheune. Ein tragischer Fehler das da noch Waffen versteckt resp. nicht gesucht wurden, da geb ich Ihnen recht.
  • Dany  Deredinger aus Zürich
    05.01.2017
    Erstmal herzliches Beileid für die betroffenen. Gute Besserung den Polizisten.
    Aber bei allem Respekt muss gesagt sein. Die Polizei trägt hier einfach eine Mitschuld. Wie kann man bei einer Hausdurchsuchung wo man nach Aussage des Polizeikommandanten um die Gefährlichkeit des Täters wusste so fahrlässig handeln. Warum wurden zur Sicherung und Bewachung des Täters nicht separat zwei Polizisten abgestellt. Warum fand beim Täter vor der Hausdurchsuchung nicht ein Peronenkontrolles statt ?
  • Boris  Kerzenmacher 05.01.2017
    Liest man zum Fall unter anderem: "2003 gewalttätig wurde, mit einer Schrotflinte auf zwei Menschen schoss und diese teils lebensgefährlich verletzt hatte. Für diese Bluttat musste Roger S. im Massnahmezentrum Arxhof eine fünfjährige Haftstrafe absitzen"
    Fünfjährige Haftstrafe… man bringt den Mund vor staunen kaum mehr zu.
    • Aron  Ottiger 05.01.2017
      Das erste was ich auch dachte wenn man noch Unterkunft sieht die er hatte. Es ist einfach unglaublich, aber wirklich unglaublich was bei uns abgeht und wie wir Steuerzahler und Täglich Recht tuende Bürger hintergangen und schamlos ausgenützt werden. UNGLAUBLICH.
    • Sven  Hauser aus Zürich
      05.01.2017
      @ Ottiger: Bis zu einem gewissen Punkt kann ich Ihnen folgen. Aber inwiefern wir Steuerzahler vom Staat schamlos hintergangen und ausgenutzt werden sollen, ist mir definitiv nicht klar. Das liegt irgendwo zwischen komplett übertrieben und komplett falsch. Unglaublich.