
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
«Das Cannabis-Verbot ist das Schlimmste für die Gesundheitspolitik», sagte heute Christian-Nils Robert, Jus-Professor an der Uni Genf. Zusammen mit weiteren Experten legte er anlässlich einer Medienkonferenz zur Informationskampagne des Komitees «Ja zur Hanfinitiative» seine Gründe für die Unterstützung der Initiative dar.
Mehrere wichtige Gründe sprechen laut Robert gegen ein Verbot: Über ein verbotenes Produkt könnten die Behörden potenzielle Konsumenten nicht präventiv informieren – und auch Konsumenten nicht auf die Risiken aufmerksam machen.
Kriminelle Organisationen, die lediglich an einer Steigerung der Nachfrage interessiert seien, würden angelockt und der Handel sowie die Konsumenten könnten nicht kontrolliert werden. Anstatt Verbote brauche es deshalb Regulierungsmassnahmen.
Eine Entkriminalisierung erleichtere zudem den Zugang zu Hilfsangeboten, betonte Daniel Meili, Vorstandsmitglied Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM). Die Hürde, fachliche Unterstützung zu suchen, sei bei drohenden strafrechtlichen Sanktionen sehr hoch.
«Die Kriminalisierung des Konsums verhindert somit eine wirksame und kosteneffiziente Betreuung von Menschen, denen der Cannabiskonsum zum Problem wird», sagte Meili, der Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie.
Ins selbe Horn bläst auch die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF). Für Präsident François van der Linde ist klar: Präventive Massnahmen liessen sich in einem regulierten Markt weit besser und wirkungsvoller durchführen.
Rechtsanwalt und Nationalrat Daniel Vischer (Grüne/ZH) konzentriert seine Forderung nach Entkriminalisierung auf den Aspekt der Selbstschädigung. Diese sei im Grundsatz straffrei, etwa bei der Selbsttötung. «Da ist es doch absurd, wenn eine milde Form der Selbstschädigung hingegen bestraft wird.»
Es gehe nicht darum, den Hanfkonsum für harmlos zu erklären, betonte Vischer. Es brauche Jugendschutz. Aber das Strafrecht sei nicht das geeignete Mittel dazu. (SDA/hhs)
Würde das Stimmvolk der Empfehlung zahlreicher Experten folgen, wäre das Kiffen bald legal.- RDB