Der Gefängnis-Direktor «Häftlinge hatten seit 2007 einen Gefängnis-Schlüssel»

  • Publiziert: 20.03.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Adrian Schulthess

In seinem Knast stehen die Türen offen: Schöngrün-Leiter Peter Fäh in Erklärungsnot.

Blick: Herr Fäh, eine 14-Jährige ist in einer Zelle Ihrer Anstalt. Keiner merkt etwas?
Peter Fäh: Das ist happig, ja. Alles deutet darauf hin, dass sogar einer unserer Ex-Mitarbeiter beteiligt war. Das Schloss an der Tür zwischen Waschküche und Zellentrakt war manipuliert. Es passten auch drei Einzelzellen-Schlüssel. Jetzt analysiert der Hersteller Kaba, wie die Insassen das hingekriegt haben. Die drei konnten sich praktisch frei bewegen. Wahrscheinlich seit Herbst 2007. Verblüffend.

Franco C.* soll Nina M.* zwei Nächte lang in der Zelle versteckt haben. Wie denn nur?
Unsere letzte Kontrolle ist um 21.30 Uhr. Zwischen 3 und 4 Uhr gibts einen Rundgang, aber da dürfen wir weder Häftlinge wecken noch in Zellen schauen. Das Mädchen war wohl sehr leise. Schon um 4.30 Uhr ist Tagwacht. Um 5 Uhr Arbeitsbeginn.

Was ist nun mit der undichten Aussenstelle Bleichenberg?
Die acht Zellen sind vorerst geschlossen und die Insassen zurück im Hauptgebäude. Für 2012 ist ein Neubau geplant. Möglich, dass wir die Bleichenberg-Zellen nie mehr brauchen.

play «Es verblüfft jetzt auch mich»: Direktor Peter Fäh über sein undichtes Gefängnis. (Isabel Mäder, Berner Zeitung)

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