Was wollen die Angreifer? Hacker attackieren Zürcher SVP

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Roman Neumann
Dies hinterliessen die Hacker auf der Seite der SVP.- Screenshot SVP Stadt Zürich

ZÜRICH – Auf der Seite der SVP Stadt Zürich trieben Hacker einige Tage lang ihr Unwesen. Ihre Absichten sind bisher unklar.

«26c3: Here be Dragons»: Das steht seit einigen Tagen auf der Seite der SVP Stadt Zürich. Nur dieser Text ist zu sehen. Offensichtlich haben Hacker ihr Unwesen getrieben. Aber wieso entfernt die SVP die Spuren nicht? «Wir bringen es schlicht und einfach nicht weg», gibt Bruno Sidler, Parteisekretär der SVP Stadt Zürich gegenüber Blick.ch zu.

Doch zerstörungswütig waren die Hacker nicht: «Sie haben ein paar Bilder ausgetauscht», sagt Sidler. Kaputt hätten sie nichts gemacht, auch keine Daten gestohlen, sagt der Parteisekretär.

Weit suchen nach den Tätern muss man nicht: «Here be Dragons» ist das Kongressmotto des Chaos Communication Congress in Berlin. Kurz nach Beginn dieser Veranstaltung wurde die Seite der SVP erstmals gehackt.

Der Chaos Communication Congress ist ein mehrtägiges Treffen der internationalen Hackerszene, so auch mit Besuchern aus der Schweiz. Eigentlich geht es beim Kongress um Vorträge und Workshops und nicht darum, irgendwelche Seiten zu hacken.

Ein Pressesprecher des organisierenden Chaos Computer Club sagt gegenüber Blick.ch, dass die Seite der SVP tatsächlich als Ziel aufgelistet worden sei. «Ich vermute mal, wir hatten Besucher aus der Schweiz, die mit der Politik der SVP nicht einverstanden sind.»

Die Sicherheitslücke im Content Management System der SVP sei so offensichtlich gewesen, «dass sich jemand nicht beherrschen konnte und diese Lücke entsprechend dokumentiert hat», so der Sprecher.

Parteisekretär Bruno Sidler nimmt die ganze Sache sportlich: «Wir werden keine Strafanzeige erstatten», sagt er. Nur der Satz «26c3: Here be Dragons», den bringen sie einfach nicht weg. Darauf der CCC-Sprecher leicht spöttisch: «Bei der SVP Zürich scheint man nicht über genügend IT-Kenntnisse zu verfügen, um den Hinweis zu entfernen. Stört ja auch nicht weiter.»

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