
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Vom Steuerstreit zu Steuersündern, von der aktuellen Bettlektüre bis hin zur Berufswahl: Peer Steinbrück – hierzulande besser bekannt als «Peitschen-Peer» – sass im Rede-Stuhl bei Frank A. Meyer. So richtig entspannt sah das nicht aus. Dafür plauderte der Finanzminister umso unverkrampfter.
Der SPD-Politiker zeigte sich für einmal nicht als Grossmaul. Der Hamburger schien gar darüber zu sinnieren, was er denn als Politiker falsch und richtig tue. Und räumte gegenüber dem Ringier-Publizisten ein, dass er sich in der Steuerdebatte womöglich auch mal im Ton vergriffen habe. Und seine Wildwest-Rhetorik gar nicht so gemeint war.
Müller schaut sich die Sendung noch an
Je länger das Gespräch, desto offener und persönlicher der Redner. Peer Steinbrück offenbarte seine Schachkünste, erläuterte seine politische Philosophie – und überhaupt seine Weltanschauung.
«Vis-à-vis» bot dem Hamburger eine Plattform, sich von einer anderen Seite zu zeigen. Statt harsche Worte gabs herzliche Anekdoten. Statt erneuter Angriffe aufs Schweizer Bankgeheimnis beinahe eine Charme-Offensive.
Steinbrücks grösster Kritiker, der CVP-Nationalrat Thomas Müller, welcher ihn mit einem Nazi verglich, hat die Sendung noch nicht gesehen. «Ich werde sie mir noch aus dem Archiv besorgen.» Eins ist für ihn aber schon vor dem Schauen klar: «Der hat sicher auf Sympathie gemacht.»
Pluspunkte hat Steinbrück auch bei Hans Fehr nicht gesammelt: «Die Sendung gab Steinbrück die Gelegenheit, sich als verständnisvoller harter Mann mit weichem Kern zu inszenieren», so der SVP-Nationalrat. Ab der Hälfte des Gesprächs sei die Diskussion abgeflacht. Und Resultate habe «Vis-à-Vis» auch nicht gebracht. «Im Gegenteil, Steinbrück wich nicht von seiner Position ab», so Fehr.
Steinbrücks Auftritt bei «Vis-à-Vis»: geschickter Schachzug oder sympathische Geste? Welchen Eindruck hatten Sie von der Sendung? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!