Gruselige Schweizer Vergangenheit Forscher lösen Rätsel um Kinderschädel

BASEL - Unsere Vorfahren vergruben die Schädel ermordeter Kinder, um Götter gütig zu stimmen. Das zeigt eine neue Forschungsarbeit.

Unsere Vorfahren vergruben die Schädel von Kindern, um die Götter zu besänftigen. play

Unsere Vorfahren vergruben die Schädel von Kindern, um die Götter zu besänftigen.

Francesco Menotti, Benjamin Jennings und Hartmut Gollnisch‑Moos, Antiquity (2014)

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Die Funde stellten die Forscher vor ein Rätsel. Wo vor 4000 bis 2500 Jahren unsere Vorfahren lebten, fanden die Archäologen bei Ausgrabungen in den vergangenen Jahrzehnten Totenköpfe und Knochen von Kindern.

Sie lagen genau dort, wo in der Bronzezeit die Grenzen der Pfahlbauer-Siedlungen verliefen, – und wiesen Verletzungen auf, die wohl von Schlägen mit Axt oder Keule herrührten.

Vor Fluten bewahren

Ein Forschungsteam bestehend aus zwei Wissenschaftlern der Uni Basel und einem Vertreter der Pädagogischen Hochschule Thurgau fand nun heraus, was es mit den grausigen Funden auf sich hat.

Sie stellten fest: Die Pfahlbauer vergruben die Schädel ihrer Kinder allem Anschein nach, um die Götter gütig zu stimmen. Menschliche Gebeine, insbesondere aber Schädel, hatten zu dieser Zeit eine grosse Symbolkraft, sagt Benjamin Jennings, Co-Autor der Studie und Wissenschaftler an der Uni Basel, zu «livescience.com». Sie sollten die Siedler vor gefürchteten Überschwemmungen bewahren.

Bei Kämpfen getötet

Dabei starben die Kinder, die meisten von ihnen unter zehn Jahre alt, keines natürlichen Todes. Sie waren aber auch kein Menschenopfer, glauben die Forscher. Vielmehr kamen sie wohl bei Kämpfen oder Kriegen ums Leben.

Die Kinder wurden zuerst begraben und ihre Knochen und Schädel erst später umplatziert, als die Seen über die Ufer getreten waren und eine weitere Katastrophe befürchtet wurde. An einem Fundort waren die Schädel genau dort platziert, wo der Wasserpegel bei einer prähistorischen Flut lag. (lha)

Publiziert am 11.07.2014 | Aktualisiert am 12.07.2014
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20 Kommentare
  • Hans  von Atzigen , via Facebook 12.07.2014
    Ist das nicht auch schon Anderen aufgefallen? Da gibt es jede Menge sog. ,,Wissenschaftler,, die sehen hinter fast allem irgendwelche Religiösen und Ideologischen, Zusammenhänge und Ursachen. Liegt wohl daran das die etwas ausgeprägt selbst zum diffusen spirituellen und Ideologischen neigen. Bitte etwas mehr nüchternen Realismus, will heissen echte und glaubwürdige echte Wissenschaft.
  • Mario G.  Berta aus St. Gallen
    12.07.2014
    Der Historiker deMause hat während vieler Jahre untersucht, wie es Kindern in früheren Zeiten erging. Sein Fazit: „Die Geschichte der Kindheit ist ein Albtraum, aus dem wir gerade erst erwachen. Je weiter wir in der Geschichte der Kindheit zurückgehen, desto unzureichender wird die Pflege und die Fürsorge für sie, und desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß Kinder getötet, ausgesetzt, geschlagen, gequält und sexuell mißbraucht wurden.“ Für viele Kinder besteht der Albtraum auch heute noch!
  • Hans  von Atzigen , via Facebook 12.07.2014
    Nein so etwas. Diese Geschichte hat mit der Schweiz und den Schweizern rein gar nichts gemein. Die Schweiz hat Ihre Anfänge im 13. Jahrhundert. Davor wurde das heutige damals sehr weit abgelegene Territorium der Schweiz wiederholt von unterschiedlichen Menschen besiedelt und wieder verlassen. Einfach lachhaft was da gelegentlich zusammeninterpretiert wird.
    • Ren  Hoek , via Facebook 12.07.2014
      im 13. Jahrhundert also. Zu der Zeit als die katholische Kirche mit der Inquisition begann. Na ja, ich wusste es schon immer, dass wir nur eine vorgeschobene Garde des Vatikans sind. Wird den die heutige Schweiz nicht von unterschiedlichen Menschen besiedelt? 4 Landessprachen! Mein Gott, dieses Landkartendenken ist doch einfach nur Lachhaft. Ich selber sehe mich eher als Mischling von Kelten und Römern den als Schweizer. Andere würden behaupten die Schweiz gilt erst ab 1848.
  • Marlies  Hess aus Langenthal
    12.07.2014
    Liest sich fast wie heute. Von einer Bekannten der Sohn. Wollte einer Frau helfen die von einer Gruppe..schreibe mal "nicht nett".. "angemacht" wurde. Heute liegt er im Spital mit Joch- Kieferbruch und sein Kopf wurde noch als Fussball gebracht als er alleine vor 4 Typen am Boden lag. Es wiederholt sich tatsächlich immer wieder. Der mit dem Schädel.
  • Edgar  Schaad 12.07.2014
    Da muss sofort der zeitgeistige Dreiustufenplan zur Anwendung kommen. Zuerst müssen Historiker die Sache «aufarbeiten» und dabei das damalige Geschehen nach heutigen Massstäben beurteilen und jemanden anprangern. Dann muss sich jemand, vorzugsweise ein Politiker, entschuldigen. Schliesslich muss sofort Geld fliessen. An wen ist unwichtig, aber viel muss es sein. Als Nebenforderung wird lauthals ein Denkmal gefordert.