
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Das Bundesamt für Gesundheit in Bern warnt: Händeschütteln kann Ihre Gesundheit gefährden. Ein Küsschen auf die Wange zur Begrüssung ist viel gesünder.
Unsere Hände sind richtiggehende Virenherde. Und britische und amerikanische Forscher zeigen nun in einer Studie: Infektionen werden über die Hand rasend schnell weitergegeben. Veröffentlicht haben sie die Resultate im «American Journal of Infection Control».
Jetzt ist die Gefahr besonders akut. Die Grippewelle rollt wieder. Tausende kämpfen mit Gliederschmerzen und Fieber – und geben die Viren per Handschlag munter weiter. Jedes Jahr sterben bei uns bis zu 1000 Personen an den Folgen der Grippe.
Die Forscher untersuchten, auf welchen Pfaden sich Krankheitserreger übertragen. Dazu werteten sie die Überlebensdauer von Viren und Bakterien daheim aus – auf Türklinken, auf der Arbeitsplatte in der Küche oder am Telefonhörer.
Das Resultat: Kaum berührt man mit der Hand Haushaltsoberflächen oder Personen, nimmt man die Viren auf. Dann finden die Erreger rasch in den Körper. Denn Menschen berühren mit den Händen den Mund, bohren in der Nase oder reiben sich die Augen – viel häufiger, als ihnen bewusst ist.
Am meisten übertragen sich so Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen und – die Grippe.
Zurzeit haben die Schweizer Ärzte 30000 Grippe-Fälle nach Bern gemeldet. Noch sprechen die Experten von einer Epidemie.
Doch das Risiko besteht, dass es sogar zur Pandemie kommt. Dann wäre jeder Vierte von uns grippekrank.
Da hilft nur noch: «Verzichten Sie darauf, sich zur Begrüssung und Verabschiedung die Hände zu reichen.» So warnen die Experten in Bern.
«Mit einem Verzicht auf Händeschütteln könnte man die Anzahl der Grippe-Erkrankungen reduzieren», sagt Mark Witschi vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Es gibt ja genügend andere Möglichkeiten sich zu begrüssen. Winken, Hut heben oder einen Gruss zurufen. Aber auch ein Begrüssungs-Küsschen auf die Wange ist besser als die Hand geben.
Wer dennoch nicht vom Händeschütteln lassen kann, dem empfiehlt die britisch-amerikanische Studie: Daheim immer wieder die Hände waschen. Seife genügt. Sie ist ein billiges und einfaches Mittel gegen Infektionen. Aber hocheffizient – vor allem im Kampf gegen Erkältungen und Magen-Darm-Infektionen.
Auch für unterwegs haben die Forscher Tipps: alkoholgetränkte Tücher mitnehmen und damit Licht- und Liftschalter vor dem Berühren abwischen – so werden die Keime abgetötet. Denn die sind wahre Überlebenskünstler. Bis zu 48 Stunden können sie auf ihr Opfer lauern.
Der Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein hat noch einen weiteren todsicheren Tipp gegen die Grippe: «Husten sollten wir nicht mit der Hand vor dem Mund, sondern in den Ellbogen oder den Oberarm.» Falls kein Taschentuch in Griffnähe ist.
In anderen Ländern geht man noch weiter. So benützen etwa in den USA immer mehr Leute einen Desinfektionsspray für die Hände, um Krankheitskeimen
sofort den Garaus zu machen.
In den Schweizer Apotheken gibts natürlich solche Sprays. Die Nachfrage allerding hält sich in Grenzen. Die Stadelhofen-Apotheke in Zürich verkaufte 2007 lediglich 142 Stück. «Auch bei einer Grippewelle verkaufen wir nicht mehr», erklärt eine Mitarbeiterin.
Und die Japaner sind nicht nur vorsichtige, sondern auch sehr höfliche Menschen. Sie begrüssen sich nie mit Handschlag. Und wenn ihnen nur schon die Nase läuft, oder sie ein Husten plagt, tragen sie einen Mundschutz – aus Rücksicht auf die Mitmenschen.
Was ist dagegen schon ein Händeschüttel-Verbot bei uns. «Geben wir uns einen Ruck – und nicht mehr die Hand. Wir könnten Gesellschafts-Geschichte schreiben», meint Ringier-«Health Unit»-Leiter Fibo Deutsch im Magazin «Gesundheit Sprechstunde».
Eine Lösung mit Hand und Fuss oder aus den Fingern gesaugt. Was denken Sie? Wie schützen Sie sich gegen die Grippe-Viren?