Das Hotel Therme Vals hat einen Werbebrief mit dem Titel «Kraft durch Freude» überschrieben. Inzwischen bedauert man den Vorfall.
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Blick in die Therme Vals, die zum Hotel gehört (sda)
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Diesen Brief schickte das Hotel Therme Vals an zahlreiche Stammkunden.
(ZVG)Als er kürzlich einen Brief vom Hotel Therme Vals erhält und ihn öffnet, denkt sich Blick.ch-Leser Thomas M.* nichts Böses. Es handelt sich offenbar um ein Werbeschreiben.
Die 140-Zimmer-Herberge mit dem weltbekannten, vom Stararchitekt Peter Zumthor entworfenen Bad im bündnerischen Val Lumnezia preist darin unter anderem die «Genüsse aus der Küche», «die wohlige Wärme in der Therme», den «mystischen Herbstnebel» sowie die «gelben Lärchen als Kontrast zum blauen Himmel» an.
So weit, so harmlos.
Doch als M. die Titelzeile liest, mit der der Brief überschrieben ist, stockt ihm der Atem: «Kraft durch Freude», heisst es da.
«Kraft durch Freude» war der Name einer politischen Organisation aus der Nazi-Zeit. Sie kümmerte sich zwischen 1933 und 1945 um die Freizeitgestaltung der deutschen Bevölkerung, organisierte Theaterabende, Schwimmkurse, aber auch Ausflüge und Reisen.
Das Ziel: «Die Schaffung einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und die Vervollkommnung und Veredelung des deutschen Menschen.»
Doch wie hat es der Begriff in den Brief des Hotels Therme Vals geschafft?
Gemäss einer schriftlichen Stellungnahme von Direktorin Vera Wichmann und VR-Präsident Stephan Schmid handelt es sich um einen «Patzer» und einen «bedauerlichen Fauxpas», für den man sich in aller Form entschuldigen wolle.
Und weiter: «Dass bei dem Titel ‹Kraft durch Freude› offensichtlich eine Assoziation zu einem düsteren Kapitel der Weltgeschichte besteht, war uns in keiner Weise bewusst.»
Der Brief wurde laut Wichmann und Schmid am 19. Oktober an eine grosse Anzahl Stammgäste geschickt, die sich vereinzelt auch bei dem Hotel beschwert hätten.
Bei der Tourismus-Organisation Graubünden Ferien hat man von dem Fall bislang keine Kenntnis. Es seien auch noch keine Reaktionen dazu eingegangen, sagt Sprecher Gieri Spescha und betont: «Auch ich bin 100 Prozent überzeugt, dass es sich um ein Versehen handelt.»
* Name der Redaktion bekannt
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