Stop-Aids-Kampagne für Tamilen und Albaner übersetzt, aber nicht für Rätoromanen: Haben Bündner keinen Sex?

Oral ist das Bundesamt für Gesundheit nicht in Form. Rätoromanisch geht den Beamten nur langsam über die Lippen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Schwerer Unfall bei Bonaduz GR Mehrere Verletzte nach Frontalkollision...
2 Schwerer Unfall bei Bonaduz GR Mehrere Verletzte nach Frontalkollision...
3 Weltrekord in Chur! Beck Merz backt den grössten veganen Kuchen

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
17 shares
39 Kommentare
Fehler
Melden

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lässt die Rätoromanen beim Sex links liegen. Die Gesundheitsbeamten bieten das Manifest zur Stop-Aids-Kampagne in zwölf Sprachen an, darunter Portugiesisch, Kroatisch, Albanisch, Tamil und Türkisch. Die 60 000 rätoromanischen Bündner warten aber noch auf eine Übersetzung.

Vor mehr als einer Woche versprach Gesundheitsminister Alain Berset (SP) in der Fragestunde dem Bündner Nationalrat Martin Candinas, das Manifest werde «so bald wie möglich» auch in der vierten Landessprache zur Verfügung stehen. Man habe die Versionen so gewählt, dass ein grösstmöglicher Teil der Bevölkerung abgedeckt werde. Er sei «unglücklich» darüber, dass das Rätoromanische vergessen worden sei.

Wer gestern auf die Kampagne-Website ging, fand immer noch kein Manifest auf Rätoromanisch. Can­dinas ist «überrascht, dass man mehr als eine Woche braucht, um die etwa 150 Wörter zu übersetzen».

Der CVP-Politiker aus der Surselva kommt ob der Nichtbeachtung der Berner Gesundheitsbeamten ins Grübeln: «Können die Rätoromanen davon ausgehen, dass sie abschliessend aufgeklärt sind?» Oder dachten die Beamten gar, die Bündner hätten keinen Sex? Candinas lacht und stellt klar, dass auch die Bündner ganz normale Menschen seien: «Ich gehe nicht davon aus, dass wir Rätoromanen ein spezielles Gen haben, das uns vor jeglichen Krankheiten schützt.»

Beim BAG hat man aber keine Hast. Die rätoromanische Version werde in den nächsten Tagen aufgeschaltet, sagt eine Sprecherin. BLICK hilft den Beamten und druckt schon heute eine Übersetzung ab (siehe rechts, deutsche Version auf lovelife.ch).

Immerhin: Das BAG prüft, ob auch Plakate in der vierten Landessprache aufgehängt werden sollen.

Publiziert am 25.06.2014 | Aktualisiert am 25.06.2014
teilen
teilen
17 shares
39 Kommentare
Fehler
Melden

Dürfen die Rätoromanen vergessen gehen?

Abstimmen
So kommt die Stop-Aids-Kampagne beim Volk an
Darsteller im «Stop Aids»-Spot erzählen

TOP-VIDEOS

39 Kommentare
  • Albert  Spescha , via Facebook 25.06.2014
    Ich bin selber Bündner und sicher haben wir Sex. Und wie.......Wir sind wenigstens nicht so verklemmt wie die restlichen Schweizer. Dass ist normal, dass unser Bundesbern die Ausländer vorziehen als unser Volk. Wenn es ums Helfen geht, dann werden die Ausländer bevorzugt als wir Schweizer.
  • Herbert  Staub 25.06.2014
    Dieses ständige Theater um diese Schweizerischen Randständigen. Die sollen sich integrieren. Die Kosten sind für diese Handvoll viel zu Hoch
    • Thomas  Hager aus Luzern
      25.06.2014
      Das ist aber nicht nett so über die Rätoromanen zu sprechen auch Minderheiten haben Rechte.
  • Felix  Harig aus Basel
    25.06.2014
    Das liegt halt daran, dass die Räteromanen inzwischen die kleinere Minderheit in der Schweiz sind, als die Albaner und Tamilen.
  • Bruno  Köppel aus St.Gallen
    25.06.2014
    Doch, die Bündner haben Sex, aber sie haben keine Aufklärung mehr nötig
  • Tim  Doll aus Chur
    25.06.2014
    Hr. Kuster. Da muss Ihnen wohl einmal eine besagte 16 oder 18-jährige kräftig auf den Schw.... getreten sein.