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Bündner Jäger haben Bock auf Reh!

CHUR – Für rund 120 Jägerinnen und 5400 Jäger haben die schönsten drei Wochen im Jahr begonnen: die Bündner Hochjagd. Im Visier sind unter anderem 4450 Hirsche.

Aktualisiert um 17:49 | 02.09.2008
Freude herrscht: Eine Jagdhelferin trägt einen erlegten Rehbock ins Tal nach Scuol GR. (Keystone)
(Keystone)
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Die grösste Jagd der Schweiz fordert ihre ersten Opfer (siehe Diashow). Rund 5500 Grünröcke gehen im Bündnerland auf die Pirsch, darunter mehr als 100 Frauen. Sie jagen – mit einwöchigem Unterbruch – bis Sonntag, 28. September. Auch am Bettag bleibt die Flinte im Schrank.

4450 Hirsche müssen zu Regulierungszwecken mit der vorgeschriebenen, schweizweit einzigartig grosskalibrigen Munition von mindestens 10,2 Millimetern geschossen werden. Die Zählung im Frühjahr ergab über 14´000 Hirsche, so viele wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Zum Abschuss frei sind ausserdem Rehe, Murmeltiere, Füchse, Dachse sowie Wildschweine, für die keine Pläne mit festgelegten Abschusszahlen erstellt werden. Etwas geschont werden die Gämsen, weil die Gämsblindheit zu teils grossen Verlusten führte.

Keinen Bären aufbinden

Keine Veranlassung sah das kantonale Amt für Jagd und Fischerei dieses Jahr, Jägern und Jägerinnen ein spezielles Merkblatt mit Verhaltensregel für Begegnungen mit Bären abzugeben. Von den zwei im Juni 2007 aus Norditalien eingewanderten Braunbären lebt keiner mehr im Kanton.

Problembär «JJ3» wurde Mitte April von einem Wildhüter erschossen, weil sich das Tier nicht hatte aus bewohnten Siedlungen vertreiben lassen (Blick.ch berichtete). Dessen Halbbruder «MJ4» hält sich seit Juni nicht mehr in Graubünden auf. Er verzog sich in die norditalienische Provinz Bozen.

Berner regeln, Walliser warten

Im Kanton Bern fürchten unter anderem die Füchse seit gestern um ihren Pelz. Bern hat nach Regelverstössen einer Minderheit von Jägern auf diese Saison hin die schweizweit strengsten Vorschriften eingeführt: So dürfen Jäger beispielsweise neu nicht mehr im Umkreis von 100 Metern zu bewohnten Gebäuden schiessen.

Am 15. September dürfen dann auch die Jäger im Wallis auf die Pirsch. Mit Vollgeschossen bis zum 27. September, ab dem 30. September ist das Jagen mit Schrot erlaubt. Während den beiden Perioden sollten insgesamt rund 5600 Tiere geschossen werden, davon um die 1700 Hirsche. (SDA/dip)
Ein Jäger wartet auf frostigem Posten im Unterengadin auf Beute. (Keystone)
Ein Jäger wartet auf frostigem Posten im Unterengadin auf Beute. (Keystone)

Proteste am Bodensee

Er futtert 500 Gramm Fisch pro Tag – und macht sich darum nicht nur Tierfreunde: der Kormoran. (Keystone)
Er futtert 500 Gramm Fisch pro Tag – und macht sich darum nicht nur Tierfreunde: der Kormoran. (Keystone)

Unter dem Protest von Naturschützern hat auch die Jagdsaison auf Kormorane am Bodensee begonnen. Bis zum 15. März 2009 dürfen die schwarz gefiederten Fischfresser abgeschossen werden. Die Wasservögel stehen seit 1979 unter Schutz. Mit behördlicher Genehmigung dürfen sie jedoch gejagt werden.

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