Ratraks-Versenkis in St. Moritz «Sie haben doch Schwimmer dran»

ST. MORITZ - GR - Ein Ratrak geht im St. Moritzersee baden. Das Eis ist noch zu schwach. Doch die White-Turf-Organisatoren schicken einen zweiten hinterher. Aus guten Gründen, wie sie erklären.

  • Publiziert: 16.01.2012, Aktualisiert: 21.45 Uhr
  • Von Melanie Gath

Der Startschuss zum weltberühmten Pferderennen in St. Moritz rückt näher und die Organisatoren wollen mit dem Aufbau beginnen. Die Pistenfahrzeuge werden rausgeschickt auf den See, um die Stabilität des Eises zu testen.

Doch am Freitag bricht das Eis unter dem sieben Tonnen schweren Ratrak weg. Gestern schicken sie eine viereinhalb Tonnen schwere Maschine hinterher. Auch hier gibt der Untergrund nach. Und jetzt?

Silvio Martin Staub, Präsident & CEO von White Turf erklärt: «Wir testen das Eis bewusst zuerst mit diesen schweren Geräten. Auch mit dem Risiko, dass eines einbricht. Sie haben doch Schwimmer dran und unsere Leute haben Schwimmwesten an. Wir gefährden keine Menschenleben.»

Heute hat das Eis gehalten

Der Ratrak gestern sei an einer ihnen bekannten kritischen Stelle eingesunken. «Doch genau da ist eine Zufahrt für die Lastwagen», sagt er.

Sie hätten die Testergebnisse ausgewertet, darunter auch Infrarotmessungen, um zu sehen, wo sie entlang fahren könnten. «Heute Morgen haben wir bei einer Sitzung festgestellt, dass sich die Bedingungen massiv verbessert haben. Die letzten Tage waren sehr kalt», sagt Silvio Martin Staub, Präsident & CEO von White Turf zu Blick.ch. «Wir sind erneut mit der Sieben-Tonnen-Maschine drüber gefahren und das Eis hat gehalten.»

Am Mittwoch soll es also los gehen, der Aufbau kann starten. Allerdings zuerst mit Helikoptern – «einer leichten Variante.» Staub ist zuversichtlich: «Es wird noch besser. Die Eisschichten verbinden sich.»

St. Moritz Polo World Cup on Snow abgesagt

Anders sieht das für die Veranstalter des St. Moritz Polo World Cup on Snow 2012 aus. Sie teilten heute auf ihrer Internetseite mit: «Nach den verschiedenen Belastungstests der Eisdecke des St. Moritzersees sind die Sicherheitsexperten heute zum Schluss gekommen, den See für den Aufbau der nötigen Turnierinfrastruktur aus Sicherheitsgründen nicht freizugeben.»

Staub sagt dazu: «Der St. Moritz Polo World Cup on Snow findet eine Woche früher statt. Sie haben also eine Woche weniger Zeit.» Für die White-Turf-Veranstalter bestehe nach wie vor die Hoffnung, dass das «riesige Spektakel» wie geplant stattfinden kann.

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