Kurdirektor nach dem Brand im Posthotel Arosa «Wir sind überwältigt von der Solidarität»

AROSA (GR) - Die Flammen zerstörten das Posthotel Holiday Villa in Arosa komplett. Für Alain Cheseaux, Verwaltungsrat des Hotels, ein Schock. Doch umso erfreuter ist er über die überwältigende Solidarität im Dorf.

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Alain Cheseaux hatte sich sofort ins Auto Richtung Graubünden gesetzt, als er gestern per Telefon vom Grossbrand im Posthotel Arosa erfuhr. Gegen 19 Uhr traf das Verwaltungsrats-Mitglied der Posthotel Arosa AG vor dem Hotel ein – und was Cheseaux sah, war ein Alptraum. «Das Hotel stand in Vollbrand, die Flammen schlugen aus dem Gebäude», erzählt Cheseaux. 

Heute Nachmittag nun steige noch immer Rauch in den Himmel empor. «Es ist noch ganz heiss im Innern des Gebäudes», sagt Cheseaux. Über 20 Stunden dauerte der Einsatz von Feuerwehr und Polizei zu diesem Zeitpunkt bereits an. 

Zur Brandursache kann Cheseaux noch nichts sagen. «Dafür ist es noch zu früh», sagt er im Gespräch mit BLICK. Was jetzt allerdings bereits feststeht: Das Feuer zerstörte das Hotel komplett. Mehrere Stockwerke stürzten ein, das Gebäude konnte aufgrund weiterer Einsturzgefahr bislang nicht betreten werden. «Es ist alles weg», sagt der Verwaltungsrat.

Besonders für die Hotelgäste ist das ein Schock. Sie sowie mehrere Mitarbeiter haben im Feuer ihr Hab und Gut verloren. Weil sie das Hotel gestern Nachmittag sofort verlassen haben, konnten viele Gäste nur das retten, was sie am eigenen Körper trugen. Und das war in einigen Fällen nicht mehr als ein Bademantel. 

«Wir haben wegen Silvester kaum freie Betten»

Und dennoch: «Wir sind unglaublich froh, dass alle gerettet werden konnten», sagt Cheseaux. Zudem sei grossartig, mit welcher Solidarität man in Arosa auf die Ausnahmesituation reagiert habe. 

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Pascal Jenny ist Kurdirektor von Arosa. Sobli

Dies betont auch Arosas Kurdirektor Pascal Jenny. «Wir konnten rund 70 Hotelgästen in Arosa ein Bett vermitteln. Die Solidarität unter den Hotels und Vermietern von Ferienwohnungen ist gross», sagt Jenny. Dies auch über die Ortsgrenze hinweg. So habe eine 14-köpfige Reisegruppe aus Spanien, die vergangene Nacht erst angereist war, spontan in Davos untergebracht werden können, erzählt Jenny.

Auch für die nächste Nacht würde nun eine Unterkunft für die Gäste gesucht, die durch das Feuer ihr Feriengepäck verloren haben. Die Suche stelle eine grosse Herausforderung dar, sagt Jenny. «Wir haben wegen Silvester kaum freie Betten.»

Zudem kümmere man sich darum, dass die Gäste möglichst rasch zu Ersatz-Ausweispapieren kommen. Denn viele Pässe und Identitätskarten sind im Feuer verbrannt.

Auf den Aufruf, Kleider für die betroffenen Hotelgäste zu spenden, hätten ausserdem innert kürzester Zeit unzählige Menschen reagiert. «30 bis 40 Säcke voll Kleider kamen bis kurz nach Mitternacht zusammen», sagt Jenny und ergänzt: «Ein grosses Kompliment an alle Aroser!» (lha)

Publiziert am 31.12.2016 | Aktualisiert am 04.01.2017
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8 Kommentare
  • Henri  Hess 01.01.2017
    Diese Hotel sieht ja schon von aussen nicht einladend aus. Ein lieblos gestalteter Block. Vorne die Strasse und hinten die Bahngeleise. Es ist nicht schade, dass dieses Hotel abgebrannt ist. Vielleicht entsteht ja nun etwas Schöneres. Allerdings, wie ich Arosa mit seinen zahlreichen hässliche Hotels kenne, habe ich eine schlimme Vorahnung.

    • Roger  Riger aus Zürich
      01.01.2017
      Wann waren Sie zum letzten Mal in Arosa? Und kennen Sie die aktuellen Bauvorschriften dort? Just asking..,.
  • Peter   Purell aus Zürich
    31.12.2016
    Für die betroffen Gäste ist es tragisch. Allerdings haben sie sich die Zweitklasse-Destination selber ausgesucht. Und warum jetzt die ganze Schweiz Mitleid mit Arosa haben soll, ist mir auch ein Rätsel: es gibt wohl Schlimmeres auf Erden.
    • Hans  Hintermann aus Oberuzwil
      31.12.2016
      Ja ja Herr Purell, auch in Erstklassen-Destinationen, welche sie sich hier vorgeblich gewohnt sind, kann sich ein Brand ereignen. Feuer ist schon seit Urzeiten des Menschen feind...
    • Roger  Riger aus Zürich
      01.01.2017
      Wie würden Sie schreiben Herr Purell, wenn Sie davon betroffen wären? Und es wäre schön, wenn Sie die vorhandene Solidarität in Arosa schätzen würden - ich finde die Hilfe und die Unterstützung grossartig speziell im solch einer schwierigen Situation für die Betroffenen!
  • Heinz  Both , via Facebook 31.12.2016
    Nur komisch, wenn man ein zimmer sucht ist alles ausgebucht und jetzt plötzlich für 150 personen kein problem! Das stinkt doch nach priesdumping, trotzdem alles gute für die betroffenen!
    • Roger  Riger aus Zürich
      01.01.2017
      Keine Ahnung von der Hotelbranche der Herr Both - aber Hauptsache mal was ohne Basiskenntnisse ins Netz gestellt. Ihnen auch ein schönes Neues Jahr mit hoffentlich besseren und intelligenteren Kommentaren von Ihnen im 2017!
  • Anna  Rusch 31.12.2016
    Schön zu hören und zu hoffen, dass auch die Behörden und Versicherungen nun Hand in Hand gehen, Zugunsten der Betroffenen! Dass war ja mit dem Brand vom Hotel Carmenna in Arosa vor Jahren, etwas zäh abgelaufen! Den Opfern gute und schnelle Genesung und alles Gute!