Grosser Felssturz verschüttet Wasserversorgung Sedrun ist trockengelegt

SEDRUN - Oberhalb von Sedrun hat am Montag ein massiver Felssturz Wasserfassungen der örtlichen Wasser- und Stromversorgung verschüttet. Der Gemeindepräsident ruft die Bevölkerung auf, «sorgsam mit dem vorhandenen Wasser umzugehen».

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Gegen 200'000 Kubikmeter Fels und Geröll - das Volumen von 200 Einfamilienhäusern - stürzten ins unbewohnte Val Strem.

Der Felssturz ereignete sich am Montagabend an der Westflanke des Cuolm da Vi, rund einen Kilometer oberhalb von bewohntem Gebiet, wie Gemeindeschreiber Lucas Collenberg zu einem Bericht auf dem Onlineportal der «Südostschweiz» sagte. Der Strembach wurde weitläufig unter groben Felsblöcken und grossen Mengen Feinmaterial begraben.

Der Schuttkegel ist einen Kilometer lang. Die Felsmassen rutschten auf einer Schnee-Gleitschicht überraschend weit, wie Gemeindepräsident Beat Roeschlin der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Nach der ersten Einschätzung durch Geologen muss damit gerechnet werden, dass in nächster Zeit weitere 50'000 Kubikmeter Granit zu Tale donnern. Das Val Strem wurde darum grossräumig gesperrt. Fachleute des Kantons untersuchen, ob der Schuttkegel den Strembach nicht auf eine Art staue, die zu einem Hochwasser führen könnte.

Bevölkerung soll Wassersparen

Die verschütteten Fassungen der Wasserversorgung deckten fast die Hälfte des Wasserbedarfs von Sedrun. Der Ausfall kann nur zum Teil mit Wasser aus anderen Quellen kompensiert werden. «Wir werden die Bevölkerung aufrufen, sorgsam mit dem vorhandenen Wasser umzugehen», sagte Roeschlin.

Weiter wurden eine Fassung und ein Reservoir des Kleinkraftwerkes Val Strem metertief begraben. Das Kraftwerk ist damit auf lange Zeit ausser Betrieb. Auf die Stromversorgung von Sedrun hat das aber keine Auswirkungen.

Fels bereits seit längerem unter Beobachtung

Die Felssturzgefahr im Val Strem war seit Jahrzehnten bekannt, wie Gemeindepräsident Roeschlin ausführte. Seit 2000 wird der von Rissen durchsetzte Cuolm da Vi permanent durch ein automatisches Monitoringsystem überwacht. Beim Bau der Fassungen wurde aber nicht erwartet, dass ein Felssturz ein so grosses Volumen haben würde und dass die Felsbrocken so weit rutschen könnten. (SDA/lz)

Publiziert am 15.03.2016 | Aktualisiert am 15.03.2016
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2 Kommentare
  • Daniel  Weilenmann aus Zürich
    15.03.2016
    Die Inuit (Eskimos) schmelzen jeden Tag Schnee um Wasser zu haben. Stellt sich die Frage ob wir zum Teil nicht einfach ein Luxusproblem haben. Wenigstens wurde niemand verletzt!
  • Ueli  Sigrist 15.03.2016
    Felststürze im Winter müssen mit anderen Parametern modelliert werden,denn ein Mix aus Schnee und Geröll verhaltet sich ähnlich wie bei einem Murgang. Die vom Felssturz freiwerdende Energie lässt Schnee und Eis schmelzen, die sich dann zu einer Gestein-Wasser Masse vermischen. Diese Masse rutscht fast ungebremst herunter. Der Schnee wirkt zugleich als Gleithorizont. Ohne Schnee wird ein grösserer Teil der potenziellen Energie des Felssturzes von der Reibung der Geländeoberfläche aufgenommen.