Reinhardt-Selbstmord GPK: Regierung liess Polizeichef im Stich

  • Publiziert: 16.04.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Beat Kraushaar und Ann Guenter

CHUR – Der Regierungsrat meint, er habe in der tragischen Affäre um den Selbstmord von Sicherheitschef Markus Reinhardt nichts falsch gemacht. Stimmt nicht, sagt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) heute in ihrem Bericht.

Am frühen Morgen des 26. Januars erschoss sich der amtierende Kommandant der Kapo Graubünden, Markus Reinhardt, in einem Hotelzimmer in Davos.

Es kam bald heraus: Reinhardt hatte Alkoholprobleme. Seit Jahren! Doch obwohl seine Vorgesetzten dies wussten, unternahmen sie nichts, um ihm zu helfen. Das kritisiert heute die Geschäftsprüfungskommission GPK.

In dem Blick.ch vorliegenden Bericht heisst es: «Regierungsrat Dr. Martin Schmid hat vorerst in nachvollziehbarer Weise reagiert, nachdem er 2004 von der Alkoholproblematik des Polizeikommandanten erfahren hatte. Er hat aber nicht angemessen reagiert, als sich die Gerüchte auch noch 2007 hartnäckig hielten.»

Auch Regierungsrätin Barbara Janom Steiner, die sich im Mai 2008 dem «Alkoholdossier» Reinhardt annahm, fing bei Null an, statt endlich durchzugreifen. Zu dem Schluss kommt die GPK in ihrem Bericht: «Nach Auffassung der GPK handelte sie zu wenig entschlossen.»

play Markus Reinhardt erschoss sich vor einem Treffen mit seiner Chefin. (Südostschweiz)

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