Selbstmord des WEF-Sicherheitschefs: Ein Prost im Dienst!
Der Alkohol-Skandal um den Selbstmord des WEF-Sicherheitschefs Markus Reinhardt (†61) weitet sich aus. Sein Stellvertreter trank mit ihm dienstlich Bündner Röteli.
Von Viktor Dammann | Aktualisiert um 23:54 | 07.02.2010
Es passierte am Sonntag, dem 24. Januar. Zwei Tage bevor sich der Kommandant der Bündner Kantonspolizei in seinem Davoser Hotelzimmer erschoss.
Markus Reinhardt war angetrunken in der WEF-Kommandozentrale erschienen. Statt dass ihn Stabschef Marcel Suter in sein Hotel zurückbrachte, nahm er seinen alkoholkranken Chef auf den Sicherheitsrundgang mit.
Bauer Hans Stiffler, auf dessen Wiese sich seit Jahren der WEF-Heli-Landeplatz befindet, lud die sechs Polizisten zu einem Gläschen Bündner Röteli (Chriesi-Likör, mit 22 % Vol.) ein, schrieb gestern die «SonntagsZeitung». «Fünf der sechs Beamten haben davon getrunken», bestätigt Stiffler BLICK. «Auch Stabschef Suter.»
Thomas Hobi, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, gefällt das Wort «Mittrinken» nicht. Seine Kollegen hätten Alkohol «konsumiert». Und: «Auch Herr Suter hat lediglich mit einem kleinen Glas Röteli auf das bevorstehende WEF angestossen», sagt Hobi.
Der Stabschef hatte versucht, den Kommandanten aus zeitlichen Gründen davon abzuhalten. «Leider waren meine Versuche nicht erfolgreich», sagt Suter. Nach dem Rundgang habe er Reinhardt um 16 Uhr vor dem Hotel abgesetzt.
«Mit Ausnahme dieses Glases hat Herr Reinhardt an diesem Tag während des Dienstes nichts getrunken», erklärt Hobi.
Für Heinz Buttauer, Präsident des Schweizer Polizeibeamten-Verbandes, ist klar. «Es darf nicht passieren, dass ein Polizist während des Dienstes Alkohol trinkt. Bereits ein halbes Gläschen kann die Reaktionszeit herabsetzen.»
Das Bündner Polizeigesetz sehe gar kein explizites Alkoholverbot vor, betont Kantonspolizei-Sprecher Hobi. Bei der Davoser Polizei hingegen ist der Genuss von Alkohol während des Dienstes reglementarisch verboten.
Justizdirektorin Barbara Janom Steiner (BDP) will den Vorfall intern abklären lassen. «Je nach Ergebnissen wird sie die notwendigen Massnahmen ergreifen», schreibt Hobi. «Sie wurde nachträglich informiert, dass mit einem Gläschen Röteli (...) angestossen wurde.»
Markus Reinhardt war angetrunken in der WEF-Kommandozentrale erschienen. Statt dass ihn Stabschef Marcel Suter in sein Hotel zurückbrachte, nahm er seinen alkoholkranken Chef auf den Sicherheitsrundgang mit.
Bauer Hans Stiffler, auf dessen Wiese sich seit Jahren der WEF-Heli-Landeplatz befindet, lud die sechs Polizisten zu einem Gläschen Bündner Röteli (Chriesi-Likör, mit 22 % Vol.) ein, schrieb gestern die «SonntagsZeitung». «Fünf der sechs Beamten haben davon getrunken», bestätigt Stiffler BLICK. «Auch Stabschef Suter.»
Thomas Hobi, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, gefällt das Wort «Mittrinken» nicht. Seine Kollegen hätten Alkohol «konsumiert». Und: «Auch Herr Suter hat lediglich mit einem kleinen Glas Röteli auf das bevorstehende WEF angestossen», sagt Hobi.
Der Stabschef hatte versucht, den Kommandanten aus zeitlichen Gründen davon abzuhalten. «Leider waren meine Versuche nicht erfolgreich», sagt Suter. Nach dem Rundgang habe er Reinhardt um 16 Uhr vor dem Hotel abgesetzt.
«Mit Ausnahme dieses Glases hat Herr Reinhardt an diesem Tag während des Dienstes nichts getrunken», erklärt Hobi.
Für Heinz Buttauer, Präsident des Schweizer Polizeibeamten-Verbandes, ist klar. «Es darf nicht passieren, dass ein Polizist während des Dienstes Alkohol trinkt. Bereits ein halbes Gläschen kann die Reaktionszeit herabsetzen.»
Das Bündner Polizeigesetz sehe gar kein explizites Alkoholverbot vor, betont Kantonspolizei-Sprecher Hobi. Bei der Davoser Polizei hingegen ist der Genuss von Alkohol während des Dienstes reglementarisch verboten.
Justizdirektorin Barbara Janom Steiner (BDP) will den Vorfall intern abklären lassen. «Je nach Ergebnissen wird sie die notwendigen Massnahmen ergreifen», schreibt Hobi. «Sie wurde nachträglich informiert, dass mit einem Gläschen Röteli (...) angestossen wurde.»
Lesen Sie auch
Das sagen Blick.ch-Leser
- Domenig Wilhelm, Graubünden - 09:37 | 08.02.2010
- » Wenn Bauer Stiffler schon dem Polizeigremium ein Gläschen Röteli spendiert so hätte er das besser für sich behalten. Finde das Vorgehen von Siffler mehr weder nur verwerflich. Wegen einem Gläschen Röteli wird keiner betrunken und auch kein Alkoholiker. Lasst jetzt endlich den Mann im Frieden und Ruhe denn er hat einen grossen Dienst in der Öffentlichkeit verrichtet. Die Ratschläge zum jetzigen Zeitpunkt bringen nichts mehr.
- Ted Aldi, Ostschweiz - 07:47 | 08.02.2010
- » @Herrn Horn: Ich sehe das ähnlich aber sind wir mal ehrlich, dann müsste man die Zeitungen verbieten. Denn JEDER beschriebener Unfall, jede Gewalttat, jeder Mord, jede Vergewaltigung,jeder Raserunfall zieht unzählige Menschen mit rein: Eltern, Angehörige, Ehepartner, Lehrer usw.
- Daniel Ge, Wetzikon - 07:44 | 08.02.2010
- » Alle, die sich jetzt über die Beamten aufregen, die im Dienst trinken, sollten sich einfach einmal in die Situation der Polizeidelegation hineinversetzen. Sonntag - wo wir Normalos ja frei haben - ein Kontrollrundgang, kein Einsatz mit Schiessen und so, wo ein Bauer Röteli serviert. Ist es da so verwerflich, mit dem Bauern anzustossen? (Und ich weiss nicht, aber Bauer Stiffler ist für mich moralisch gesehen auch nicht ganz einwandfrei: er hat "verführt" - er hat nun denunziert!)
- Reinhard Horn, Wängi - 07:23 | 08.02.2010
- » Dieser Bericht lässt in mir die Wut aufkommen. Denkt überhaupt auch jemand an die Angehörigen? Fragt sich jemand, wesshalb dieser Mann zum Alkoholiker wurde? Bekanntlich fängt der Fisch im Kopf an zu stinken. Und jetzt kommt noch dieser Bauer. Hat er nicht gutes Geld für seinen (illegalen) Heli - Landeplatz vom Staat erhalten? Es wäre besser vor der eigenen Türe zu wischen, als immer auf den andern herum zu hacken!
- E Vogt, Aargau - 07:22 | 08.02.2010
- » Begreift endlich jemand, dass Alkohol das wirkliche Problem dieser Gesellschaft ist und nicht das Rauchen? Somit muss nun ein sofortiges Alkoholverbot für alle Gaststätten lanciert werden;)
Angebot
Graubünden
ANZEIGE
Marktplatz
ANZEIGE
Marktplatz
Blick.ch













