Erste Geburt in der Schweiz! Das ist der Wolfswelpe vom Calanda

TAMINS - GR - Was schon länger vermutet wurde, ist jetzt offiziell: Die Schweiz hat ihr erstes Wolfsrudel.

  • Publiziert: 06.09.2012
  • Von Nadine Chaignat
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Der Wolfwelpe. Das Bild wurde am 27. August aufgenommen.

(Orlando Galliard)

Nun ist es offiziell: Die Schweiz hat ein Wolfsrudel! Das erste Bild vom Nachwuchs gibt es bereits: einer der Welpen tappte in eine Fotofalle. Zudem bestätigte das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden, dass mehrere Jäger drei Wolfbabys gesichtet hatten.

Anfang August wurde noch darüber spekuliert, ob die Wölfin im Calandagebiet Junge geworfen hatte. Inzwischen sind die Jungen bereits rund vier Monate alt. Der Grund, warum man sie nicht früher entdeckte: Das ganze Gebiet ist sehr zerklüftet, es gibt nur wenig Strassen und Wege. Optimale Bedingungen also für die kleine Wolfsfamilie.

Erster Nachwuchs seit über 150 Jahren

Ein Wolfsrudel besteht aus den Elterntieren und ihrem Nachwuchs. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts waren Wölfe in der Schweiz praktisch ausgerottet. Erst ab 1995 wanderten immer wieder Tiere von Süden her ins Land. Doch bisher waren sie nie im Rudel unterwegs.

Im Minimum fünf Wölfe leben jetzt ganz in der Nähe von Chur. Doch Angst muss die Bevölkerung keine haben, wie Grossraubtiertier-Expertin Danielle Gugolz vom WWF Schweiz sagt: «Wölfe in Rudel sind, im Gegensatz zu alleinlebenden Wölfen, standorttreu. Somit kann man gerade auf der Alp besser planen. Auch sind die Rudel in Europa eher klein, weswegen wir lieber von Familienverbänden sprechen.»

Doch hat die Schweiz überhaupt Platz für einen 'Familienverband'? «Platz gibt es genug», so Gugolz, «wir werden mit den bisherigen Massnahmen wie Herdenschutz und Sensibilisierung fortfahren. Natürliche Beutetiere wie Hirsche oder Gemsen finden die Wölfe ebenfalls genug.»

Da aktuell die Hochjagd stattfindet hofft Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei auf weitere Beobachtungen von Jägern, damit das erste Schweizer Wolfsrudel komplett erfasst werden kann.

Möchten Sie der Wolfsfamilie einmal begegnen?»

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Beliebteste Kommentare

  • Roland  von Gilead
    Ganz egal was jetzt offenbar überforderte Schafhirten und Subventionsbauern wieder vorjammern werden: Es ist wunderschön zu hören dass der Wolf wieder einen Platz bei uns gefunden hat! Ich hoffe bloss dass er die zig-fachen menschlichen Futterneider unbeschadet übersteht. Go Wolf!
  • Joni  Graf , via Facebook
    Das ist doch wiedermal eine erfreuliche Nachricht. Hoffe die Wölfe werden in Ruhe gelassen und können in der Natur frei leben.

Alle Kommentare (50)

  • Laura  Borner
    Ich bin für den Wolf, ich bin für die Natur und ich bin dafür dass der Mensch wieder lernt die Umwelt zu respektieren, und nicht gleich alles abschiessen will!!!! Das schlimmste Raubtier auf dieser Welt mit dem meisten zerstörungspotetial ist der Mensch selber! Schaut euch die Welt mal an, die Kriege, die Oel und Atomkatastrophen usw!!! Man sollte ein bisschen über den Wolf lesen, sind wunderbare interessante Tiere!
    • 07.09.2012
    • 40
    • 6
  • Klaus  Hailer , Konstanz
    Es kommt wohl immer auf die Betrachtungsweise an, wie man zum Wolf steht.
    Als Städter der den Wolf nie zu Gesicht bekommen wird, oder als Landwirt welcher sein Vieh sömmert.
    Sicher kann der Hirte Herdenschutzhunde, Esel, Lamas und/oder Elektrozaun verwenden. Eine Garantie wird er aber nicht bekommen, dass er alle Tiere in Sicherheit hat. Einstallen ist auch nur in den seltensten Fälle möglich.
  • Martin  Ruchti
    Meine lieben Supermarkteinkaufer!! Hauptsache ihr könnt über Jäger, Bauern und alle die den Wolf weniger mögen, nörgeln und sie als Umwelthasser hinstellen!! Das ist doch eine reife Leistung!! Ihr habt keine Ahnung was die Tiere für ihre Besitzer bedeuten. Die meisten aller Tierhalter und Züchter lieben ihre Tiere und sehen nicht nur Geld in den Tieren, umso mehr schmerzen dann Verluste. Und da eine Betreuung leider nicht Gratis ist kann man die Tiere nich rund um die Uhr überwachen. Doch euch Nörgler sind Ferien, günstig Importierte Nahrungsmittel etc. wichtiger, als Nahrungsmittel aus Schwizer Produktion die ihren Preis haben. Es ist so einfach zu schreiben, wie schön es ist, diese Tiere wieder in der Schweiz zu haben ohne selbst eine einzige Konsequenz selbst zu tragen! Es sind ohne Zweifel sehr schöne Tiere.
    Es gibt immer Gewinner und Verlierer. Aber am lautesten nach Natur,schreien immer die, welche eigentlich keine Ahnung haben und alles im TV gesehen haben!!
    • Jana  Gertsch
      Sie sagen diese Leute hängen an ihren Tieren- mögen sie sogar... warum lassen sie sie dann schlachten? Das hat garantiert nichts mit Tierliebe zu tun. Man kann Tiere nicht mögen und sie dann töten. Das ist schlichtweg widersprüchlich
      • 07.09.2012
      • als Kommentar auf Martin  Ruchti
      • 26
      • 21
  • Hans  Gamsner , Gamsen
    Wölfe vermehren sich ziemlich schnell. Da der Wolf keine natürlichen Feinde hat, wird es bald die Wolfsjagd brauchen, so wie es zur Regulierung die Hoch- und Niederjagd braucht. Wieviel Angst der Wolf von den Menschen wirklich hat, wird sich zeigen, wenn sich ein Wanderer einem Rudel mit Jungwölfen nähert.
  • Paul  de Chésard
    Bite bringt das auch in den Printmedien als Leserbrief : Bis vor 150 Jahren war der Wolf in Mitteleuropa heimisch, die Hirten hatten nicht nur wie heute 3 - 4 Hütehunde, nein mehr und mindestens einige Esel. Warum, die Esel zogen den Hirtenwagen und sie bocken / haben keine Angst vor dem Wolf. Weil die Esel stehen bleiben und laut ihr "IA" schreien, wird der Wolf eingeschüchtert, er ist ja ein Jagttier, wird unsicher ob dem grösseren, lauten, nicht flüchtenden Gegner und beendet seine Jagt. Diese Tatsache kann man in alten Schriften über das Hirtenleben nachlesen und sind in vielen Kupferstichen aus derjenigen Zeit zu sehen. Ihr lieben Hirten und Bauern, denkt mal nach, mit ein paar Hunden und einem Jagdgewehr, das kann nicht die Lösung sein.
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