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Das Traditionslokal Prättigauerhof in Schiers GR ist gut besucht. Jedenfalls im hinteren kleinen Raum im Parterre. Dort stehen auf 30 Quadratmeter Fläche sieben Tische mit 35 Stühlen. Fast alle Gäste rauchen.
Im vorderen, grösseren Teil der Gaststätte sitzen zwei Gäste. Trinken Tee, lesen Zeitung. Hier ist die Nichtraucherzone. In den drei bedienten Räumen der Beiz im ersten Stock ebenfalls. Aber die meisten Gäste sitzen im winzigen Raucher-Raum.
«Die Leute dürfen schon bei der Arbeit nicht mehr rauchen. Da wollen sie wenigstens nach dem Zmittag eine paffen», sagt Wirt Thomas Meier.
Meier hat einen langen Kampf mit den Behörden hinter sich. Das Ganze fing an im April 2008: Die Gemeinde macht einen ersten Kontrollgang in seinem Restaurant. Seit 1. März 2008 ist das neue Gesundheitsgesetz des Kantons Graubünden in Kraft. Es besagt, dass nur noch in Nebenräumen geraucht werden darf. Diese dürfen nicht mehr als 30 Prozent der Gesamtfläche ausmachen.
Thomas Meier erklärt seinen ersten Stock zum Nichtraucher-Hauptraum, lässt im Parterre weiter rauchen. «So war auch die 30-Prozent-Regel mehr als erfüllt», sagt der Wirt.
Die Gemeinde ist anderer Meinung. Das Parterre sei der Hauptraum. Sie büsst Meier am 26. Februar 2009 mit 80 Franken und 60 Franken Verfahrenskosten.
Meier geht vors Kantonsgericht. Dieses folgt der Argumentation der Gemeinde. Am 11. Januar 2010 spricht das Gericht das erste Anti-Raucher-Urteil aus: Meier muss die Busse von 80 Franken bezahlen, dazu kommen Verfahrenskosten von 1730 Franken. Macht 1810 Franken.
Jetzt darf nur noch im kleinen Raum im Parterre geraucht werden. Meier: «Das ist doch eine Hexenjagd. Erstens ist nirgends definiert, was genau ein Nebenraum ist – und zweitens hatte ich 25 Prozent der Fläche. Jetzt noch einen Achtel!» Überhaupt mache das Rauchverbot die Gemeinschaft kaputt.
Das neue Rauchergesetz tritt ab 1. Mai schweizweit in Kraft. In 18 Kantonen gibt es bereits entsprechende Gesetze. Die Raucherpolizei geht um. Und die verfolgt nicht nur Wirte, sondern auch Raucher.
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Wirt Thomas Meier hat den Rauch-Kampf gegen die Behörden verloren. (Foto: Arno Balzarini)