Brandrede von Laax-CEO Gurtner Die Schweiz hat eine «Unwillkommenskultur»

Zum ersten Mal musste Weisse-Arena-Chef Reto Gurtner gestern in Laax rote Zahlen präsentieren. Der schillernde Tourismus-Unternehmer nahm das zum Anlass für eine Abrechnung.

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Die Breitseite hat eingeschlagen. Abgefeuert am Crap Sogn Gion: Reto Gurtner (61), der «Rockstar» unter den Bergbahn-Chefs, lud gestern Abend zur «Bergpredigt», wie die «Südostschweiz» schreibt.

Der schillernde Unternehmer präsentierte seine Aktionären die Zahlen der Weisse Arena Flims Laax. Es sind rote Zahlen – zum ersten Mal überhaupt: 1,1 Millionen hat seine Firma im vergangenen Geschäftsjahr rückwärts gemacht.

Grund genug, grundsätzlich zu werden: «Die Schweiz ist zu teuer. Punkt!», verkündete er den über 500 Aktionären in Laax. Die Hauptproblematik sei die «Unwillkommenskultur», sagte der CEO über den Schweizer Tourismus. «Als Schweizer sind wir nicht mehr beliebt», setzte er im «Bündner Tagblatt» seinen Rundumschlag fort.

«Pingelige Schweizer Kultur»

Eine Ursache für die Misere ortete Gurtner in den Amtsstuben: «Wir sind perfekte Bürokraten. 140 Franken Bussen für einen Gast ohne Parkuhrmünz nimmt er als Beleg für die «pingelige Schweizer Kultur».

Die roten Zahlen habe seine Firma übrigens bewusst nicht buchhalterisch zu einer schwarzen Null geschönt. Dies, um zu zeigen, «wie schwierig es ist in unserem Kerngeschäft Geld zu verdienen.»

Unwillkommenskultur? Zumindest bei einigen Einheimischen könnte der Spruch zu hämischen Kommentaren führen. Vor Weihnachten 2014 hatte Gurtner zum Beispiel diese in einem Schreiben gebeten, zugunsten der Touristen «zurückzutreten» und auf das Skifahren zu verzichten. Grund: Schneemangel.

VIP-Ticket statt Tageskarte

Und während den vergangenen grünen Weihnachten, als erneut von 235 Pistenkilometern gerade einmal 76 präpariert werden konnten, strich Gurtner die reguläre Tages- und Zweitageskarte des Skigebiets und bot als Alternative nur noch ein Sonnenaufgangs-Ticket und eine VIP-Tageskarte für je 100 Franken an.

Immerhin: Wer erstere bis 11 Uhr zurückgab, kriegte 40 Stutz zurück.

Laax-CEO Reto Gurtner: Schweiz hat eine Unwillkommenskultur play
Gurtner hat er als erster eine Halfpipe gebaut.

Neben seinen schlagzeilenträchtigen Aktionen gilt Gurtner allerdings auch als einer der innovativsten Tourismus-Unternehmer: So hat er als erster eine Halfpipe gebaut und seine Arena zum internationalen Mekka der Snowboarder und Freestyler gemacht.

Und auch für die Zukunft hat der Mann viele Ideen: Eine Laax-App soll für totale Transparenz sorgen: So könnte zum Beispiel an Tagen mit wenigen Besuchern, ungenügend ausgelastete Anlagen geschlossen und die Skifahrer direkt mit einer Gutschrift auf der App entschädigt werden. (bih)

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016
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  • LeAchim  Buy , via Facebook 18.09.2016
    Ich kenne sehr, sehr viele Stammgäste in Laax und die sagen alle das gleiche. Die Preise sind nicht zu hoch, sondern an vielen Stellen unprofessionell kalkuliert. Espresso 4,80 oder Mineral aus der PET Flasche 6 Sfrs etc. pp. Die Mitarbeiter sind zum grossen Teil keine Schweizer! Da ist kein Herzblut dahinter. Viele Mitarbeiter arbeiten dort nur wegen dem Geld, Wie auf einer Ölplattform. Teuer ist heutzutage kein Problem aus meiner Sicht. Es allerdings Spass machen das Geld auszugeben.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    17.09.2016
    Hoch gepockert - während Jahren die Skifahrer "ausgenommen" wie Gänse, jedes Jahr teurere Abos - doch die Anbieter sind im Geldrausch und immer mehr Skifahrer "rauschen" irgendwo anders die Pisten hinab. Probiert doch mal mit einem Preisnachlass von 20 Prozent für alle ! und nicht wieder Investitionen in unmögliche elektronische Spezialtickets und temporäre Entschädigungen...oder gibts bald ein Zonenabonnement/Karten wie bei den SBB?
  • Daniela  Bauschmann 17.09.2016
    Die Schweiz hat eine Unwillkommenskultur. Und auf das sind wir Schweizer auch Stolz drauf.!!!
  • marc  klauser aus schmitten
    17.09.2016
    Welche Schweizer meint er eigentlich? Die Pelzträger oder diejenigen die es knapp vermögen Schiferien zu machen? Ein Gurtner der den Hals selber nicht voll kriegt. jammertal und zuviel Kohle die ihm gar nicht gut tun.
  • Hans-Ulrich  Feuz 17.09.2016
    Im Jammern haben die Touristiker die Bauern längstens überholt! Zum wiederholten male, "Gastfreundschaft" ist das Zauberwort. Freundlichkeit gegenüber Kunden sollte keine besondere Leistung darstellen, das ist eine professionelle Grundeinstellung. Wenn da noch eine Brise Herzlichkeit dazu käme, dann würde der Preis vermutlich zweitrangig. Ein Touristiker äusserte sich vor Jahren gegenüber mir, dass er die Vergleiche mit Österreich satt habe. Aha, weder gewillt noch fähig etwas zu lernen.
    • Erwin  Werder aus Zürich
      17.09.2016
      Ja, wir sind gerade von Seefeld/ Tirol zurückgekommen und die Herzlichkeit war super, Da ist man noch als Gast willkommen und alles ist gut und günstig,
      Es hatte auch sehr viele Schweizer Touristen. man dachte wir sind in der Schweiz