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Die Kirche arbeitet ihre dunkle Vergangenheit auf: Das Bistum Chur untersucht aktuell rund zehn Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch. Das gab Bischofsvikar Christoph Casetti heute bekannt.
«Einige davon betreffen Personen, die heute noch beim Bistum angestellt sind», so Casetti zu Blick.ch. In einem Fall sei der Täter bereits verstorben. In einem weiteren Fall laufe eine Anzeige.
Fall von Pater Gregor motivierte Opfer zur Aufarbeitung
Keiner der zehn Verdachtsfälle betrifft laut Casetti Pater Gregor Müller, den Grüsel-Pfarrer von Schübelbach SZ, dessen Missbräuche diese Woche bekannt wurden. Zwei der Fälle sind nach dem Bekanntwerden der Übergriffe der Paters gemeldet worden. Betroffene hätten angedeutet, dass sie durch die Entüllungen zum Aufarbeiten ihrer eigenen Leidensgeschichte motiviert wurden.
Über die Bücher geht auch die Kirche als Institution: «Das ist eine Chance», sagt Casetti. «Bisher haben noch nicht alle Institutionen das so aufgearbeitet.» Casetti bittet allfällige weitere Opfer, sich bei den sechs Ansprechspersonen des Bistums zu melden.
Casetti: «Wir wollen primär den Opfern helfen»
Beim zuständigen Fachgremium «Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge» handle es sich um Psychologen, Theologen und Juristen. «Wir wollen jetzt primär den Opfern helfen», betonte der Bischofsvikar gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Gleichzeitig sei man aber daran, sich einen Überblick über die letzten 50 Jahre zu verschaffen. In seiner Funktion als Bischofsvikar, die er seit 1982 ausübe, habe er von rund einem halben Dutzend Fälle Kenntnis bekommen", so Casetti.
Das Bistum Chur erstattet nicht automatisch Anzeige, sondern nur wenn das Opfer einverstanden ist. Man halte sich damit an die dringlichen Appelle der meisten Opferschutzorganisationen.
Bischofsvikar Christoph Casetti ist erschüttert über die Taten von Pater Gregor.- zvg