Aufwärmraum statt Apres-Ski Ist das Bolgen Plaza gerettet?

DAVOS - GR - Mit einer Konzeptänderung kann das Davoser Kultlokal Bolgen Plaza am Abend möglicherweise geöffnet bleiben. Trotz Bundesgerichtsurteil.

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Hoffnungschimmer für das Bolgen Plaza! Eigentlich müsste das Davoser Après-Ski-Lokal künftig um 19 Uhr schliessen. Das hat das Bundesgericht entschieden (BLICK berichtete).

Nun kommt es vielleicht doch nicht so weit: Am Dienstagabend hat in Davos GR eine Aussprache unter allen Parteien stattgefunden, wie «Die Südostschweiz» berichtet.

Nacht-Skibetrieb ist die Lösung

«Das Gespräch verlief sehr konstruktiv», betont der Davoser Landammann Tarzisius Caviezel. Er hoffe, «dass wir bereits auf die bevorstehende Wintersaison hin eine tragbare Lösung finden».

Der Landammann verrät auch, wie diese Lösung aussehen könnte. Demnach würden die Bergbahnen den Nachtbetrieb am Bolgen sicherstellen.

Dies ist für das Bundesgericht eine Bedingung dafür, dass das nicht zonenkonforme Bolgen Plaza eine Ausnahmebewilligung für den Abend erhält.

Kläger wäre einverstanden

«Ein Speise- oder ein Vergnügungslokal beispielsweise ist nicht möglich. Denkbar ist aber ein Raum, wo sich Wintersportler aufwärmen und etwas konsumieren können», sagt Caviezel.

Mit diesem Vorschlag könnte auch der vor Bundesgericht erfolgreiche Nachbar leben, wie dessen Rechtsvertreter Armon Vital bestätigt. «Der Nachtbetrieb am Bolgenhang darf aber kein Aufhänger dafür sein, im Lokal wieder Party zu machen.» (nbb)

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 29.12.2016
BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger. BLICK

Die Tyrannei eines Einzelnen

Das meint BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger:

Was für ein ärgerliches Urteil der Lausanner Richter! Die Tyrannei eines einzelnen Feriengastes siegt über die Bedürfnisse Tausender Einheimischer und Gäste. Das Bundesgericht gewichtet seine Nachtruhe höher als den wichtigsten Davoser Wirtschaftszweig.

Après-Ski im Bolgen Plaza ist ein Magnet für die ganze Tourismusregion, bringt Gäste, Übernachtungen, sichert Arbeitsplätze. Die gültige Rechtsprechung belohnt Einsprachewütige mit dem Willen zum Marsch durch die Gerichtsinstanzen. Österreichs Touristiker werden auf das Gerichtsurteil anstossen.

Wie lässt es sich verhindern, dass Gerichte anderen geschätzten Institutionen wie dem Bolgen Plaza den Stecker ziehen? Eine Einsprache ist heute grundsätzlich kostenlos. Das ist falsch. Eine Einsprache soll kosten! Ist sie berechtigt, müssen dem Kläger natürlich nicht nur wie heute die Gerichtskosten, sondern auch die Einsprachegebühr zurückbezahlt werden. Aber die Einstiegshürde, die muss höher werden.

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6 Kommentare
  • Stefan  Globus 24.11.2016
    Gesetze sind gut und Recht. Aber wieso konnte man vor dem ganzen Zirkus nicht miteinander Reden? Man hätte sich sicher einigen können. Aber nein heute muss immer alles vors Gericht gezogen werden. Wenn ich nur denke wie viel Kosten, Mühen, Nerven, Zeit und Aufwand auf beiden Seiten hätte gespart werden können. Aber die Medien hätten von dem nichts mitbekommen und nichts zu schreiben gehabt und der Rest des Schweizer Volkes nichts einzumischen!
  • Renato  Besomi 24.11.2016
    Alle wollen mehr Umweltschutz, kein Autoverkehr, keine Handy- antennen und kein Lärm. Es wird von Lichtverschmutzung gesprochen. Aber Partylärm und Nachtskifahren passt dann wieder. Alles nur ums liebe Geld. Die entscheidung des Gerichts war in Ordnung.
    • Marco  Weber 24.11.2016
      Absolut Herr Besomi! Ich finde es auch nur rechtens wenn es bis jetzt keinen Menschen gestört hat und dann kommt jemand der nicht mal von Davos ist geht vor Gericht und vermiesst vielen Menschen eine gute Zeit!..... So weit haben wir es in der Schweiz bereits gebracht! Wenn jemand spass hat muss man das verbieten..... einfach nur lächerlich!
  • Walter  S. aus Zug
    24.11.2016
    Nein es stellt sich die Frage warum schauen die Behörden nicht hin! Warum kann es überhaupt so weit kommen ohne Bewilligung? Es macht doch sehr den Anschein als sei da Vetternwirtschaft im Spiel! Und dieser Einsprecher hat sich zu Recht Gehör verschafft und bestimmt hätte er sich nicht vor den von Blick vorgeschlagenen Kosten gescheut!
    • Hans  Poller 24.11.2016
      Ganz sicher nicht! Es kann und darf nicht sein dass sich ein FERIENGAST (!!) durch eine Beschwerde Recht beschaffen kann. Denn er weiss und muss damit rechnen dass an einem solchen Ort eben Après Ski gemacht wird. Stört ihn das, so ist es für mich mehr als selbstverständlich dass dieser weggeht. Als normaler Gast kann man an einem solchen Skiort erwarten dass einem Aprèsskimässig etwas geboten wird, also Party!! Anderswo ist das kein Thema, nur sind andere Skiorte auch kein solches Altersheim.
    • Werner  Franz aus St. Gallen
      24.11.2016
      @Hans Poller: von wegen Altersheim. Macht in eurem pseudomondainen Ort bessere Preise und die Jungen sind auch da...