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Das wissen in der Schweiz mittlerweile alle, vom Kindergartenkind bis zur Urgrossmutter im Altersheim. Dafür sorgt eine wuchernde Präventionsindus-trie. Ein riesiger Wachstumsmarkt, der sich um keine Krise sorgen muss, da er ausschliesslich von Zwangsabgaben und Steuergeldern lebt.
Überall möchte man uns an der Hand nehmen, beziehungsweise auf die Finger klopfen, wenn wir uns nicht so verhalten, wie es die Gutmeinenden für «gesund» halten.
Und «gesund» beschränkt sich für die Präventionsindustrie nicht auf körperliche Gesundheit. Es gibt für sie keinen Bereich menschlichen Lebens, in dem man uns nicht belehren und bekehren könnte und müsste. Wie alle, die bekehren möchten, wollen auch Gesundheitsfanatiker jene bestrafen, die sich nicht bekehren lassen.
Es gab eine Zeit, da war es der Freisinn, der sich engagiert gegen die Bevormundung der Bürger durch Kirche und Staat wehrte. Sie waren die Liberalen. Damit ist es längst vorbei. Ausser bei der Finanzindustrie, die man möglichst ungehindert schalten und walten lassen will, verkommt die FDP zur Gouvernanten-Partei.
Seit Jahren federführend beim Abschied vom echten Liberalismus, der an den eigenverantwortlichen Bürger glaubt, ist der umtriebige Felix Gutzwiller. Nach den Rauchern hat er jetzt die Vielesser im Visier.
Man muss Gutzwiller ernst nehmen. Denn der Mann hat eine Mission: Alle sollen so leben, wie er es für «gesund» hält. Das hat zwar mit einem liberalen Menschenbild nichts zu tun. Aber mit der FDP in ihrem aktuellen Zustand leider schon.
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Clemens Studer, stv. Chefredaktor BLICK
(Philippe Rossier)