Schnee-Chaos Gotthard dicht – Zug vom Gleis gefegt

  • Aktualisiert am 02.01.2012

CHUR – Der Winter hat mit voller Wucht eingeschlagen. Auf dem Oberalp wurde ein Zug von einem Schneerutsch getroffen. Am Gotthard ging nichts mehr.

Drama am Oberalppass: Der Regionalzug der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) wurde am Nachmittag von einem Nassschneerutsch erfasst. Der Wucht war so gross, dass der Zug aus den Gleisen geworfen wurde. Der Zug blieb einige Meter unterhalb des Gleises stehen.Glück im Unglück: Zwei der neun Passagiere verletzten sich leicht. Die Passagiere wurden dann mit dem Schneeräumfahrzeug zurück nach Andermatt gebracht. Kurz vor dem Zwischenfall hatte die MGB entschieden, die Strecke zwischen Andermatt UR und Dieni GR aus Sicherheitsgründen zu schliessen.Die Rhätische Bahn meldete am frühen Abend einen Streckenunterbruch auf der Albulalinie ins Engadin. Grund war Lawinengefahr bei Bergün. Auch auf der Berninalinie verkehrten zwischen Pontresina und Poschiavo am Abend aus Sicherheitsgründen keine Züge mehr.Schwerverkehr blockiertDas Engadin war am Abend von Norden nur noch mit der Bahn via Vereinatunnel erreichbar. Die Pässe Flüela, Albula und Julier waren zuvor aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Im Süden wurden der Bernina- und der Malojapass geschlossen. Praktisch alle Strassen auf Kantonsgebiet waren schneebedeckt, auf mehreren Abschnitten wurde ein Obligatorium für Schneeketten verhängt.Für den Schwerverkehr gab es auf der Nord-Süd-Route den ganzen Tag kein Durchkommen. Die San-Bernardino-Strecke der A13 wurde schon am frühen Montagmorgen zwischen Andeer und Mesocco gesperrt. Im Bündner Oberland führte ein umgestürzter Baum zu einer temporären Strassensperre zwischen Sumvitg und Disentis.Viele BlechschädenDie Bündner Kantonspolizei und die Churer Stadtpolizei meldeten insgesamt gegen 30 Verkehrsunfälle. Bei einer Frontalkollision zweier Autos in Davos wurde ein Lenker im Fahrzeug eingeklemmt. Er musste mit Hilfe der Feuerwehr geborgen werden, bevor ihn die Ambulanz ins örtliche Spital brachte.Bei den übrigen Kollisionen bleib es bei Sachschäden. Autofahrerinnen und -fahrer waren auf den schneebedeckten Fahrbahnen ins Rutschen geraten und kollidierten entweder mit einer Leitplanke oder anderen Fahrzeugen. (SDA/snx)

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