Gotthard 2016 Loks erhalten dank Software-Update grünes Licht für den Gotthard

Ein Software-Update sorgt für freie Fahrt: Mehrere störungsanfällige Güterlokomotiven erhalten nun doch die Betriebsbewilligung für den neuen Gotthard-Basistunnel, der am 11. Dezember in Betrieb geht.

Gotthard: BLS-Cargo-Loks dürfen dank Software-Update durch Tunnel play
Dank einem Software-Update sind die Loks nun nicht mehr störungsanfällig und haben freie Fahrt durch den neuen Gotthard-Basistunnel. (Archivbild) BLS Cargo

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Die Loks der Typen Re 486, BR 186, BR 187 und Re 487 hatten mehrfach zu Problemen auf der Gotthard-Strecke geführt. Immer wieder kam es zu unvorhergesehenen Zwangsbremsungen, die dann für Verspätungen sorgten.

Um Störungen auf der Gotthardachse ab der Inbetriebnahme des neuen Basistunnels zu vermeiden, drohte das Bundesamt für Verkehr (BAV), die betroffenen Loks aus dem Verkehr zu ziehen. Es befristete deren Betriebsbewilligung auf dem Streckenabschnitt bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember.

BLS Cargo suchte daraufhin zusammen mit dem Hersteller Bombardier und SBB Infrastruktur «intensiv nach dem Grund der Störungen», wie das Güterverkehrsunternehmen mitteilte. Es stellte sich heraus: Das moderne Zugsicherungssystem ETCS Level 2 im Gotthard-Basistunnel war zu viel für die Loks.

«Güterloks sind heutzutage quasi fahrende Computer», sagte Stefanie Burri von BLS Cargo auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vereinfacht erklärt, hatten unter anderem die Lok und die Signale auf der Strecke nicht immer richtig miteinander kommuniziert.

Auf der Zufahrt zum Gotthard-Basistunnel hat es besonders viele dieser sogenannten Balisen. Dies erkläre auch, warum die Loks auf den anderen mit ETCS Level 2 ausgerüsteten Streckenabschnitten wie dem Lötschberg-Basistunnel oder der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist, wo es weniger solche Signale hat, kaum Störungen verursachten, sagte Burri. Ein Software-Update an der Lok sowie Anpassungen der Balisen durch SBB Infrastruktur konnten das Problem beheben.

BLS Cargo liess bisher 20 ihrer insgesamt 23 betroffenen Loks aufrüsten, um sie weiterhin auf der Gotthardachse einsetzen zu können. Die drei weiteren Loks sollen bis Mitte 2017 ebenfalls das Update erhalten.

Das Unternehmen investiert insgesamt sieben Millionen Franken. Allerdings sind darin noch weitere Umrüstungen eingerechnet, die der neue Basistunnel nötig machte.

Für die aufgerüsteten Loks der Typen Re 486, BR 186 und BR 187 sprach das BAV nun eine definitive Betriebsbewilligung für den Gotthard-Basistunnel aus. Bei den 1000 Testfahrten im neuen Bauwerk haben die Loks laut Burri «wunderbar funktioniert». Der vierte betroffene Lokomotiv-Typ kommt bei BLS Cargo nicht zum Einsatz.

Noch ist für BLS Cargo die Lötschbergachse wichtiger als der Gotthard. Am Lötschberg erreicht das Unternehmen einen Marktanteil von 49 Prozent, am Gotthard derzeit nur 10 Prozent. Burri schätzt, dass die Gotthardachse für BLS Cargo an Bedeutung gewinnen wird, sobald 2018 der Luino-Ast nach Bauarbeiten wiedereröffnet wird. Dann dürfte es im Güterverkehr Verschiebungen vom Lötschberg an den Gotthard geben. Neues Transportvolumen dürfte ebenfalls dazukommen. (SDA)

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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