Gibril Zwicker hält die Scharia für besser als die Schweizer Verfassung Brauchen wir so einen Offizier?

Gibril Muhammad Zwicker ist Offizier. Und ein Sicherheitsrisiko für die Schweizer Armee.

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Er ist von kräftiger Statur, macht einen vitalen Eindruck – und betont, dass er seine Rechnungen pünktlich bezahle: Gibril Zwicker (27), Werkschutzoffizier im Rang eines Oberleutnants. Er würde es gern noch weiter bringen: nach eigenem Bekenntnis «bis zum Major».

Doch die Armee will den Maschinenbaukonstrukteur nicht mehr. Denn Gibril Zwicker ist nicht nur ein echter Schweizer, er ist auch ein echter Schweizer Islamist. Er sagt Sätze wie: «Symbolische Schläge gegen ungehorsame Frauen sind akzeptabel.» Oder: «Der Islam ist die richtige Religion. Alle anderen sind falsch.» Zwicker ist vorbestraft (300 Franken Busse) wegen Cannabis-Konsums. Dennoch tolerierte ihn das Militär als Kader. Nach Berichten über Zwickers radikale Gesinnung und seine Mitgliedschaft im Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) kamen in der Armeespitze allerdings Zweifel auf.

Die Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen im Bereich Informations- und Objektsicherheit (IOS) erstellte sogar ein Gutachten. Das war im Mai 2010. Sie kam zum Schluss: Zwicker ist ein Sicherheitsrisiko für die Armee.

Ihm dürfe deshalb «kein Zugang zu vertraulich oder geheim klassifizierten Informationen, Materialien oder militärischen Anlagen mit Schutzzonen 2 oder 3» gewährt werden. Das heisst zum Beispiel: Bunker sind für ihn tabu.

Die IOS empfahl der Armee, Zwicker nicht mehr als Werkschutzoffizier einzusetzen, seine Waffen einzuziehen und ihm den Zugang zu Explosivstoffen zu verwehren.

Negativ werteten die Psychologen auch seinen Cannabis-Konsum. «Dass Sie bisher mit Ihrem Drogenkonsum sorglos und freimütig illegales Terrain beschritten haben, muss als Beleg für mangelhaftes Verantwortungsbewusstsein sowie mangelnde Akzeptanz gegenüber der schweizerischen Gesetzgebung gewertet werden.»

Nach Ansicht der Fachstelle ist Zwicker vor allem wegen seiner radikalen islamischen Einstellung unhaltbar. So sind die fünf Pflichtgebete während der Dienstzeit für ihn «nicht verhandelbar». Und von der Steinigung will er sich genauso wenig distanzieren wie von «symbolischen Schlägen» für die Frau.

Nach dem IOS-Bericht suspendierte die Armee Zwicker vorsorglich. Er liess es nicht auf sich sitzen: Finanziert vom IZRS, rekurrierte er beim Bundesverwaltungsgericht. Die Richter wiesen die Beschwerde ab, hoben aber einige Entscheide auf. Die IOS hätte sich ausschliesslich zur Risikoeinschätzung seiner Funktion als Werkschutzoffizier äussern dürfen. Der Entscheid, ob er weiter Militärdienst mit oder ohne Waffe leisten dürfe, obliege nicht der IOS.

Wie es mit der militärischen Laufbahn Zwickers weitergeht, ist laut Verteidigungsminister Ueli Maurer offen. Dass er eine wichtige Funktion behalten wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Zwicker und sein Anwalt wollen das Urteil nicht weiterziehen. «Das ist aussichtslos», sagten sie zu SonntagsBlick.

Publiziert am 07.05.2011 | Aktualisiert am 03.01.2012

«Nach den Regeln der Scharia»

Gibril Zwicker war ein gläubiger Christ. Bis vor drei Jahren. Da konvertierte der Thurgauer zum Islam und trat dem Islamischen Zentralrat (IZRS) bei. Er wechselte seinen Namen, nannte sich fortan Gibril Muhammad statt Benny. Er begann die Gesetze der Scharia zu befolgen, gab Rauchen und Trinken auf und betete fünf Mal am Tag. Auch sein Äusseres änderte sich: Zwicker liess sich einen Bart wachsen, kleidete sich wie seine Glaubensbrüder. Er lernte die arabische Sprache und heiratete eine Tunesierin. Irgendwann will er mit ihr Kinder haben, streng erzogen nach den Regeln der islamischen Rechtslehre. Denn: «In meinen vier Wänden leben wir nach den Gesetzen der Scharia.»
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«Der Islam ist für mich die einzige wahre Religion.» Von dieser Überzeugung weicht Gibril Zwicker keinen Schritt zurück. play
«Der Islam ist für mich die einzige wahre Religion.» Von dieser Überzeugung weicht Gibril Zwicker keinen Schritt zurück.
Die Redaktoren Matej Mikusik und Romina Lenzlinger im Gespräch mit Gibril Zwicker. play
Die Redaktoren Matej Mikusik und Romina Lenzlinger im Gespräch mit Gibril Zwicker. Gaccioli Kreuzlingen

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151 Kommentare
  •   08.05.2011
    Was muss man den hier noch gross disskutieren, diesem Typ gehört die Uniform sofort abgenommen.......wo sind wir den überhaupt????
  •   08.05.2011
    Weg mit der Armee!
  •   08.05.2011
    Sicherheit für das Land steht an oberster Stelle. Aber was hat der Glaube eines Mannes, der dies im privaten lebt mit der Landes- Sicherheit zu tun? Oder hat er sich als Politiker mit Zielen gegeben? Dann würde ich die Angst verstehen.
  •   08.05.2011
    Er stellt die Scharia über die Schweizer Verfassung, das sagt doch alles. Extremisten, egal welcher Couleur, haben in der Schweizer Armee nichts zu suchen. Ich begrüsse diesen Entscheid.
  •   08.05.2011
    Religions-Fundis, egal welcher Religion gehören weder in die Arme noch in ein Lehramt, sozialen Beruf oder Politik. Wer Individuen wie Herr Zwicker und seine Mitstreiter als Harmlos und Ungefährlich einstuft ist Realitätsfremd und Naiv!