Neuer Rundumschlag von Blochers Bruder Gerhard «Giacobbo ist ein Nichts!»

  • Publiziert: 02.02.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von Dominik Hug
play Sogar der Kirchenrat rügte Gerhard Blocher für seinen TV-Auftritt. (Foto: Goran Basic)

Bei der Premiere der Comedy-Show «Giacobbo/Müller» verulkte Viktor Giacobbo den Bruder von Christoph Blocher. Nun revanchiert sich Gerhard Blocher (74).

Giacobbo ist ein Nichts, unbedeutend, nicht einmal eine Witzfigur», sagt Gerhard Blocher und fügt kopfschüttelnd an: «Seine Sendung hat keine Substanz, sie ist oberflächlich, gehalt- und potenzlos – wie eigentlich alles am Fernsehen! Am besten schaut man gar nicht hin.» Über 600000 Schweizer schalteten am letzten Sonntag den Fernseher ein, um Zeuge von Viktor Giacobbos (55) TV-Comeback zu sein. Zu den Höhepunkten der Satire-Show «Giacobbo/Müller» gehörten Einblender von Gerhard Blocher, wie er über den «Sauladen unserer Schweizer Politik» schimpfte. Oder wie er mit einem Sackmesser herumfuchtelte und von «blutigem Nahkampf» im Bundeshaus redete: «Vielleicht haben die anderen ja auch ein Sackmesser. Wenn die merken, das du es rausnimmst, nehmen sie es auch raus.»

Die Szenen stammen aus dem Anfang Dezember ausgestrahlten Dokfilm «Gebrüder Blocher – Betrachtungen vor der Bundesratswahl». Der Film sorgte damals wegen eben dieser provokanten Aussagen für Tumult. Und könnte die Gegner Christoph Blochers in ihrer Ansicht bekräftigt haben, dass dieser als Bundesrat nicht mehr tragbar sei. «Ich habe massenhaft Reaktionen erhalten», sagt der ehemalige Pfarrer von Hallau SH. Auch der Schaffhauser Kirchenrat habe ihn gerügt. Aber das sei ihm egal: «Je schlechter der Ruf, desto besser hebt man sich davon ab.»

Sein Bruder habe anfänglich Bedenken gehabt, dass er beim Dokfilm mitmache, sagt Gerhard Blocher. «Ich habe es dann aber trotzdem getan.» Ein schlechtes Gewissen habe er deshalb nicht – «schliesslich bin ich Protestant, nicht Katholik!» Auch bezweifelt er, dass der Film mitverantwortlich sei für die Abwahl seines Bruders: «Dann wäre es um das Parlament ja noch schlimmer bestellt, als es ohnehin schon ist.» Die Abwahl sei für den «Sauladen» existenziell wichtig gewesen, meint Gerhard.

«Wäre Christoph nochmals vier Jahre geblieben, hätte er all die faulen Eier aus dem Nest gedrängt.» Dann sinniert er über seinen Bruder: «Seit seinem ersten Tag im Bundesrat war es, als wüchse an Christophs Rücken ein Tumor. Dieser wurde immer schwerer. An den Wahltagen vom 12. und 13. Dezember sei ihm dieses «Geschwür» herausgerissen worden. «Was ihm natürlich wahnsinnige Schmerzen bereitete. Aber die Wunde heilte.» Sein Bruder werde bald gesund und munter zurückkehren, verspricht Gerhard herzhaft lachend.

Ein Lachen, das ihm «Giacobbo/Müller» partout nicht entlocken konnte. Ob sich der Satiriker in seiner Show weiterhin über ihn lustig macht, ist Gerhard Blocher einerlei: «Substanziell waren meine Einspieler ohnehin das Beste, was die Sendung zu bieten hatte.» Etwas Gutes kann er der Show gleichwohl abgewinnen: «Wenigstens wirken Giacobbos Ohren heute etwas proportionierter», witzelt er. Sie seien in den fünf Jahren seiner TV-Absenz wohl geschrumpft – wie auch Giacobbos Humor.   

Ausschnitt aus der Sendung

play Viktor Giacobbo: Schrumpfohren? (Foto: SF)

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