Experten: Armeewaffe ins Zeughaus!
BERN – Armeewaffen gehören ins Zeughaus: Diese Ansicht vertreten auch der Gerichtspsychiater Martin Kiesewetter und der Kriminologe Martin Killias.
Aktualisiert um 15:17 | 09.01.2008
In einem Gespräch mit der «NZZ» von heute sagte Martin Kiesewetter, Gewalttaten mit Armeewaffen geschähen meist in Situationen momentaner Ausweglosigkeit oder überschäumender Wut. Was bedeute, dass diese Taten stark affektiv geprägt seien.
Es sei darum töricht zu sagen, dass Täter in dieser Situation eine andere Waffe benutzen würden, wenn keine Armeewaffe greifbar wäre. Es mache einen riesigen Unterschied, ob man mit einem Küchenmesser auf jemanden einsteche oder mit einer Schusswaffe auf jemanden schiesse.
Für Martin Killias lässt sich nicht leugnen, dass körperliche Gewalt zugenommen hat. Sowohl Polizeistatistiken als auch Befragungen der Bevölkerung liessen diesen Schluss zu.
Dass viele Politiker diesen Befund verneinen, führt Killias darauf zurück, dass sich diese nicht hinterfragen wollen. Es sei halt einfach zu sagen, Gewalt habe es schon immer gegeben.
Killias hält es weiter für plausibel, dass die Medien ihren Anteil an der gestiegenen Gewalttätigkeit in der Gesellschaft hätten. Der Anstieg der Gewalt habe Ende der achtziger Jahre eingesetzt just in dem Moment, als Videogeräte und Computer in die Haushalte kamen.
Einen Beweis für den Zusammenhang zu erbringen, sei nicht möglich. Man müsste dazu einer Gruppe von Kindern über Jahre Gewaltfilme und -spiele vorsetzen, während eine Kontrollgruppe keine solche Dinge zu sehen bekäme. Diese Versuchsanlage wäre unethisch und darum unrealistisch. (SDA)
Es sei darum töricht zu sagen, dass Täter in dieser Situation eine andere Waffe benutzen würden, wenn keine Armeewaffe greifbar wäre. Es mache einen riesigen Unterschied, ob man mit einem Küchenmesser auf jemanden einsteche oder mit einer Schusswaffe auf jemanden schiesse.
Für Martin Killias lässt sich nicht leugnen, dass körperliche Gewalt zugenommen hat. Sowohl Polizeistatistiken als auch Befragungen der Bevölkerung liessen diesen Schluss zu.
Dass viele Politiker diesen Befund verneinen, führt Killias darauf zurück, dass sich diese nicht hinterfragen wollen. Es sei halt einfach zu sagen, Gewalt habe es schon immer gegeben.
Killias hält es weiter für plausibel, dass die Medien ihren Anteil an der gestiegenen Gewalttätigkeit in der Gesellschaft hätten. Der Anstieg der Gewalt habe Ende der achtziger Jahre eingesetzt just in dem Moment, als Videogeräte und Computer in die Haushalte kamen.
Einen Beweis für den Zusammenhang zu erbringen, sei nicht möglich. Man müsste dazu einer Gruppe von Kindern über Jahre Gewaltfilme und -spiele vorsetzen, während eine Kontrollgruppe keine solche Dinge zu sehen bekäme. Diese Versuchsanlage wäre unethisch und darum unrealistisch. (SDA)
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