Geschäftspartner rätseln über die Attacke auf Pascal Jaussi In dieser Halle tüftelte der Weltraum-Pionier

PAYERNE VD - Der Fall Pascal Jaussi gibt weiter Rätsel auf. Der 40-jährige Schweizer Weltraumpionier wurde am vorletzten Freitag in der Region Payerne VD brutal attackiert (BLICK berichtete).

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Das Motiv liegt weiter im Dunkeln. Waren es Auftrags­killer? Jaussi gehört die Firma Swiss Space Systems (S3). Sie entwickelt Shuttles, die Satelliten günstig ins Weltall transportieren sollen. Vieles in dieser Branche ist geheim.

Die S3-Website kommt hoch professionell daher, in Französisch, Englisch, Russisch und Ungarisch. In der Rubrik Partner und Sponsoren figurieren illus­tre Namen wie Dassault Aviation. Dieser französische Flugzeugbauer fertigt auch ­Militärjets.

Der Kontrast zu den Büros der S3 in der Industriezone von Payerne ist frappant. Die Adresse Palaz 3 ist nicht leicht zu finden. Am Gebäude prangt kein Firmenschild. Die Büros sind im zweiten Stock, über dem dänischen Möbelhaus Jysk und ­einem Fitnessstudio. An der schwarzen Tür von S3 warnt ein Kleber: «Achtung, überwachter Ort».

Gestern blieb die Tür von Jaussis Firma trotz mehrmaligen Läutens geschlossen. Dafür erscheint auf dem Parkplatz ein Mann, der sich als «Herr Lagare» zu erkennen gibt – und behauptet, Fotografieren sei verboten.

Auf diesem Parkplatz passten am 26. August zwei Unbekannte Jaussi in seinem Auto ab. Sieben Kilometer weiter verprügelten sie ihn in einem Waldstück am Ortseingang von Aumont FR und schütteten eine Brennflüssigkeit über ihn. Am Tatort hat es am Boden noch immer schwarze Brandspuren.

Alles ein grosses Fragezeichen

Der Schweizer Astronaut Claude Nicollier (72) steht der Firma S3 seit Jahren als Berater bei. Nicollier ist geschockt: «Für mich ist das alles ein grosses Fragezeichen.» Das Geschäft mit Weltall-Reisen sei ein hart umkämpfter Markt und Firmen wie SpaceX des US-Unternehmers Elon Musk eine grosse Konkurrenz für S3.

Geld spielte bei S3 in den ­letzten Jahren eine immer wichtigere Rolle. Die «Handelszeitung» schreibt, Jaussis Firma habe 2015 und 2016 Zahlungsbefehle von über vier Millionen Franken bekommen.

Weltraumpionier Jaussi liegt noch immer im Spital. 25 Prozent seiner Haut wurden beim brutalen Überfall verbrannt. Die beiden unbekannten Täter waren gestern noch flüchtig. Jaussi soll seit längerem bedroht worden sein. Vor einem Jahr sabotierten Unbekannte Informatikmaterial seiner Firma.

Publiziert am 07.09.2016 | Aktualisiert am 08.09.2016
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TV-Beitrag über S3 Hier erklärt Jaussi (40) seine Weltraum-Vision

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2 Kommentare
  • Günter  Kaußen aus Köln
    08.09.2016
    Wie soll der Shuttle vom Airbus während des Fluges "abgeworfen" werden, ohne mit dem Mittelleitwerk am Heck zu kollidieren?

    • Andreas  Bründler 08.09.2016
      Gute Frage. Die Russen mussten für den Buran einen Flugzeug mit zwei seitlich versetzten Leitwerke entwickeln, genau aus dem Grund.