Libyen-Geiseln Geri Müller: «Wir haben keine Ahnung, wo sie sind»

BERN – Die Schweizer Delegation ist bei ihren Vermittlungsversuchen in Tripolis offenbar gescheitert. Kontakt zu den Geiseln konnte nicht hergestellt werden.

  • Publiziert: 20.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
play Der Präsident der APK, Geri Müller: «Notfalls treffen wir uns zu einer Sondersitzung.» (Keystone)

Die Task Force von Vertretern des Aussen- und Finanzdepartements konnte keinen Kontakt zu den festgehaltenen Schweizern aufnehmen. Auch weiss man in Bern nichts über deren Aufenthaltsort. «Wir haben keine Ahnung, wo sie sind», sagte der Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates (APK), Geri Müller. «Die Entführung der beiden ist eine schwere Verletzung der Wiener Konvention», erklärte Müller.

Die Schweizer Geschäftsleute, die seit Juli vergangenen Jahres in Libyen festgehalten werden, wurden vor einem Monat von den Behörden unter dem Vorwand einer «medizinischen Untersuchung» an einen unbekannten Ort verschleppt. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat keinen Kontakt zu den Geiseln.

Müller geht davon aus, dass der Bundesrat nach Ablauf der 60-tägigen Frist zur Normalisierung der Beziehungen beider Länder nun rasch über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Unklar ist, ob sich die Landesregierung bereits an ihrer morgigen Sitzung zu einem Entscheid durchringen kann. Am Freitag diskutiert die APK des Ständerats über die Affäre Gaddafi. Das nächste Treffen der nationalrätlichen Kommission ist für den 2. und 3. November geplant. «Notfalls treffen wir uns aber auch früher zu einer Sondersitzung», sagte Müller. (SDA)

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