Genfer Polizei wehrt sich Mit Krawatten- und Fremdsprachen-Streik gegen Arbeit auf Abruf

Die Beamten der Genfer Kantonspolizei wollen ihre Arbeit weiterhin mit dem Familienleben vereinbaren können. Deshalb machen sie mit ungewöhnlichen Massnahmen gegen Sicherheitsdirektor Pierre Maudet mobil.

Genfer Polizei wehrt sich: Fremdsprachen-Streit gegen Arbeit auf Abruf play
Gehen gegen eine neue Arbeitszeit-Verordnung auf die Barrikaden: Genfer Polizisten (Symbolbild). KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

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Die Genfer Polizei, die sich gegen eine Anordnung des Staatsrates zu den Arbeitszeiten wehrt, hat gestern Abend entschieden, ihren Protest zu verstärken. Zusätzlich zu einem Weiterbildungsboykott und einem Krawatten-Streik beschloss sie weitere Massnahmen.

Das Personal werde ausserhalb der Arbeits- oder Pikettzeiten unerreichbar bleiben, teilte die Genfer Polizeipersonalgewerkschaft (UPCP) mit. Weiter kommuniziere die Polizei künftig nur noch auf Französisch. Die Massnahmen treten am Montag im Kraft.

«Ohne Kompensation»

Die UPCP fordert damit, die Arbeitszeit-Verordnung müsse zurückgenommen werden und ruft den für das Dossier zuständigen Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) zu Verhandlungen auf. Die Gewerkschaft bemängelt, die neuen Regeln, welche am 15. Oktober in Kraft traten, führten zu einem «Arbeitssystem auf Abruf auch an Freitagen und ohne Kompensation, welches dem Familienleben hinderlich» sei.

Die UPCP bedaure, dass Maudet sämtliche Verhandlungen ablehne, solange die Polizisten ihre Streikmassnahmen nicht zurücknehmen. Gleichzeitig stellte sie weitere Aktionen in Aussicht, welche «das diplomatische Umfeld und den Flughafen-Sektor» treffen könnten, falls man keine Lösung finde.

Rasur-Streik war erfolgreich

Erst Anfang Oktober hatte der Kanton als letzter in der Schweiz den Polizisten erlaubt, Bart und lange Koteletten zu tragen. 2011 und 2014 waren die Genfer Polizisten in einen Rasur-Streik getreten, um gegen die veralteten Vorschriften zu protestieren. (SDA/noo)

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 18.10.2016
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