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Wir sind das erste Land, das die Bevölkerung mit dem neuen Anti-Schweinegrippe-Mittel impft. Bei Celtura werden die benötigten Viren nicht auf Hühnereiern, sondern auf Hundenierenzellen gezüchtet. Das beschleunigt zwar die Herstellung, eine Impfung kann aber allergische Reaktionen auslösen.
Bei der Information für Ärzte sind deshalb entsprechende Warnhinweise für Tierhaar-Allergiker angebracht», sagt Joachim Gross, Sprecher der Zulassungsbehörde Swissmedic. Vor einer Impfung sollen Ärzte abklären, ob ihre Patienten unter dieser Allergie leiden. Patienten, die sich nicht sicher sind, müssten dann einen Test machen.
Die Symptome einer allergischen Reaktion können ganz unterschiedlich ausfallen: Möglich sind Niesattacken, Bindehautentzündung, Ekzeme oder sogar Asthma-Anfälle mit schwerer Atemnot. Der dem Impfstoff beigefügte Wirkverstärker verspricht zwar eine höhere Grippe-Immunität, erhöht aber das Allergierisiko.
Der Imfpstoffhersteller Novartis bezeichnet diese Gefahr als gering. Bei Tests eines verwandten Impfstoffs sei keine einzige allergische Reaktion aufgetreten. Novartis teilt mit, dass sich alle Mitarbeiter gegen die Schweinegrippe haben impfen lassen – auch ihr oberster Chef Daniel Vasella. Allerdings noch mit dem alten Impfstoff Focetria.
So weit, so gut: Über die Zulassungsbedingungen herrscht jedoch keine Einigkeit: Deutschland setzt Celtura bei Kindern ab sechs Monaten ein – die Schweiz erst bei Kindern ab drei Jahren. Im Nachbarland gilt: Ab 50 Jahren braucht es zwei Impfungen – bei uns bereits ab 40 Jahren.
Gefordert sind jetzt die Ärzte: Sie müssen Schwangeren, Kindern, Allergikern und anderen Risikogruppen jeweils den richtigen Impfstoff verabreichen.