Hasstirade Gaddafi will «Terrorstaat Schweiz» zerstückeln

  • Publiziert: 15.07.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

ZÜRICH – Für Libyens durchgeknallten Diktator sind wir Schweizer alle Mafiosi und Financiers des Terrors – deshalb möchte er die Eidgenossenschaft am liebsten auslöschen.

Genau ein Jahr ist es her, dass die Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz auf den Gefrierpunkt sanken. Wüstendiktator Gaddafi zürnte, weil die Genfer Polizei seinen Sohn Hannibal und dessen schwangere Frau festnahm – sie hatten in einem 5-Sterne-Hotel randaliert (Blick.ch berichtete).

Zwar hat Libyen mittlerweile der Schweiz ein Einreisevisum für die künftige diplomatische Vertretung in Tripolis erteilt, was als Zeichen der Entspannung gilt. Doch Gaddafi spielt noch immer die beleidigte Leberwurst – und goss am G8-Gipfel in LAquila fassweise Öl ins Feuer, wie nun bekannt wurde.

Die Schweiz sei der «Sponsor des internationalen Terrors», alle Gelder der Terroristen würden auf Schweizer Konti lagern, polterte der 67-Jährige. Das Westschweizer Radio zitierte gestern diese Äusserungen, die in den letzten Tagen in den arabischen Medien die Runde gemacht hatten.

Gaddafi braucht neuen Sündenbock

Gaddafi ging in seinem Hass auf unser Land aber noch viel weiter: Die Schweiz sei die Mafia der Welt und kein Staat. Deshalb wollte er offenbar sogar der Uno-Generalversammlung vorschlagen, die Eidgenossenschaft wie ein Verbrecherkartell zu behandeln – und sie zu zerschlagen.

Das Tessin will der irre Ex-Terrorist Italien zuschlagen, die Deutschschweiz soll ein Bundesland Deutschlands werden und die Romandie müsse unter die Fittiche Frankreichs kommen. «Das sind drei verantwortungsvolle Staaten, die das internationale Recht respektieren und weder versteckte Konten noch die Mafia beherbergen» – also nach Gaddafis Logik bestens geeignet, um die kriminellen Schweizer zur Vernunft zu bringen.

Hasni Abidi, Leiter des Zentrums für arabische Studien in Genf, erklärt in der «Neuen Luzerner Zeitung», wie die verbalen Ausraster des libyschen Präsidenten zu werten sind: Gaddafi brauche einen neuen Sündenbock – nachdem er sich vorsichtig Barack Obama angenähert hat. «Früher geisselte er den westlichen Imperialismus und die USA als Übel der Welt, heute tut er dies mit der Schweiz.» (hhs)

play Muammar Gaddafi hat seit einem Jahr einen neuen Lieblingsfeind: die Schweiz. (Keystone)

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