Libyen Gaddafi boykottiert Feldschlösschen-Bier

  • Publiziert: 08.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

RHEINFELDEN AG – Aus mit dem Hefeschmaus: Angeblich kann Feldschlösschen kein Bier der Marke «Moussy» mehr nach Libyen liefern. Es gibt keine Bestellungen mehr.

«Moussy» heisst der Hefetropfen. Alkoholfrei. Ein Bier, das in den arabischen Raum exportiert wurde. Auch nach Libyen.

Doch damit ist seit Oktober 2008 Schluss. Seit dann gibt es keine Bestellung mehr aus Libyen. Die Brauerei Feldschlösschen hat einen naheliegenden Verdacht: die aktuelle politische Krise zwischen der Schweiz und Libyen, vermutet ihr Sprecher gegenüber dem SF-Wirtschaftsmagazin «Eco». Denn auf der Flasche steht «Produced in Switzerland». Eine Aufschrift, die normalerweise geschätzt wird. Nicht so aber von Libyen.

Feldschlösschen hat angeblich keine Nachforschungen angestellt, warum denn Libyen kein «Moussy» mehr will. «Wir haben uns nicht darum gekümmert, weil wir nur 1 bis 2 Prozent unseres Moussy-Absatzes nach Libyen lieferten und das erst noch in unregelmässigen Abständen», erklärt Feldschlösschen-Sprecher Markus Werner. Aber vollständig ausgeblieben seien die Bestellungen noch nie.

Noch wichtiger als Exportmarkt für «Moussy» ist jedoch Saudi-Arabien. Feldschlösschen gibt keine Absatzzahlen bekannt, sagt aber soviel: «Jedes fünfte Bier, das in Rheinfelden gebraut wird, ist ein ‹Moussy›», so Markus Werner. Das Geld aus den «Moussy»-Verkäufen fliesst am Ende nicht in die Schweiz. Feldschlösschen gehört seit 2001 zum dänischen Carlsberg-Konzern. (spj)

play Wird nicht mehr nach Libyen exportiert: das alkoholfreie Bier «Moussy». (zvg)

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