Für Widmer-Schlumpf auf die Barrikaden

  • Publiziert: 09.04.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Georges Wüthrich

BERN – Ist die SVP-Spitze zu weit gegangen? Die Solidaritätswelle für die angeschossene Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (52, Bild) wird von Tag zu Tag grösser.

Da habe ich wohl eine Lawine losgetreten!», sagt Rosmarie Zapfl (68) und muss gleich wieder die nächste Anruferin entgegennehmen.

Begonnen hatte es für die Präsidentin des Frauen-Dachverbandes Alliance F vor einer Woche – als sie spontan für BLICK einen Blog gegen die «Hexenjagd» der SVP-Spitze auf Eveline Widmer-Schlumpf verfasst hat.

Heute steckt die frühere CVP-Nationalrätin in den letzten Vorbereitungen für die grosse Demonstration vom Freitag auf dem Bundesplatz. Die Online-Petition von Alliance F für die angeschossene Bundesrätin haben schon mehr als 4000 Personen unterschrieben.

Die Bewegung für Widmer-Schlumpf wird von Tag zu Tag grösser.

Seit der Rücktritts-Forderung der SVP-Parteileitung hat die Bündner Bundesrätin bereits mehr als 1200 unterstützende Mails und über 500 Briefe erhalten.

Auch in Widmer-Schlumpfs Wohnort Felsberg GR wird es am Donnerstagabend eine Kundgebung geben. Die Bündner Regierung verurteilt die Angriffe auf ihre frühere Kollegin scharf. Es ist die Rede von «Freiwild und Pranger».

In der Berner SVP rumort es immer mehr. Parteipräsident Rudolf Joder gerät von Tag zu Tag stärker unter Druck, sich klarer zu positionieren.

Aufhorchen lässt die SVP Waadt. Sie führt Anfang Mai einen ausserordentlichen Parteikongress durch. Generalsekretär Claude-Alain Voiblet: «Eine Kantonalsektion auszuschliessen geht zu weit.» Voiblet gilt als Architekt der spektakulären SVP-Erfolge der letzten Jahre in der Westschweiz.

Im Kanton Schaffhausen hat FDP-Kantonsrat Gerold Meier sogar Strafanzeige gegen die SVP bei der Bundesanwaltschaft eingereicht – wegen Nötigung.

Und ab morgen erscheinen in den Zeitungen halbseitige Inserate von alt Bundesrat Rudolf Friedrich (84) und 28 Mitunterzeichnern. Sie machen sich ebenfalls für Eveline Widmer-Schlumpf stark.

Die Betroffene selbst sagte gestern Abend zu BLICK: «Die unterstützenden und ermunternden Worte freuen mich sehr und tun mir gut.»

play Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. (Peter Gerber)

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