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Dieses Bild fand die Polizei auf Sabits Handy.
(ZVG)
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Céline Franck wurde von ihrem Freund erschossen. (ZVG)
Sieben Stunden dauerte das Plädoyer von Mario Bortoluzzi, Verteidiger von Sabit I., gestern an. Dann wurde der Prozess unterbrochen. Donnerstagmorgen, 8 Uhr, geht der Prozess um den Mord an Céline (†16) weiter.
«Wäre Dummheit ein Strafmass, kriegte der Angeklagte lebenslänglich», sagte Bortoluzzi heute Abend. Der Verteidiger von Sabit I. fordert einen Freispruch vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens. Ene Freiheitsstrafe von höchstens 39 Monaten wegen fahrlässiger Tötung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz erachtet er als angemessen.
Ex-Freundinnen von Sabit I. schwören darauf, dass der Angeklagte keine Person sei, vor der man Angst haben müsste. Sie hätten sich nie bedroht gefühlt. Auch der Schweizer Privat-Trainer beschreibt ihn als Mann mit "von Respekt geprägen Verhaltens". Er sei lieb, intelligent und ehrlich. Mittlerweile sei Sabit ihm als Kampfsportschüler und Mensch ein Freund geworden.
«Sabit drohte aus Spass mit Waffen»
Laut Bortoluzzi war es keine gewollte Tat, sondern ein Unfall. Sein Mandant sei sicher gewesen, alle Patronen aus dem Pistolenmagazin entfernt zu haben, als er der jungen Frau die Pistole an den Hals gehalten und abgedrückt habe. Er habe vor ihr, die erst seit kurzem seine Freundin war, mit dummem Machogehabe angeben wollen.
Laut einem Kollegen von Sabit sei der Umgang mit Waffen ebenfalls Imponier-Gehabe. Mehrmals schon habe er erlebt, wie der Kosovo-Albaner Freunden zum Spass mit einer Waffe gedroht habe.
Angeklagte zeigte sich als Killer
Solange der Verteidiger auch spricht – für den Staatsanwalt Staatsanwalt Adrian Kägi gibt es wenig Zweifel, dass Sabit die 16-jährige Céline umgebracht hat. Für ihn steht fest, dass Sabit die 16-jährige Céline auch nicht unbeabsichtigt tötete, sondern dass dies «bitterer Ernst» gewesen sei. Sabit habe ihr die Waffe an den Hals gehalten und zweimal abgedrückt.
Die Polizei stellte nämlich nach der Verhaftung von Sabit Bilder auf dessen Handy sicher: Eines zeigt, wie er mit einer Kalaschnikow und einer Pistole vor einem Schrank steht. Maskiert und drohend blickt er in die Kamera. Bei den Einvernahmen lügt Sabit erst, sagt, dass dies nicht er sei. Eine Durchsuchung seiner Wohnung beweist schliesslich das Gegenteil. Erst da gibt er zu, der maskierte Mann zu sein. Sabit, der Waffennarr, posierte wie ein Killer.
Céline war nicht sofort tot
«Celine ist nicht sofort tot gewesen», erläuterte der Staatsanwalt vor dem Bezirksgericht Uster. Dies hätte das bei der Obduktion der Leiche in der Lunge gefundene Blut gezeigt. Anstatt seine sterbende Freundin sofort ins Spital zu fahren, rief Sabit I. seinen Bruder an.
Die beiden trafen sich dann auf einem Kiesparkplatz. Erst zu diesem Zeitpunkt will der Bruder, erfahren haben, dass Sabit I. auf das Mädchen geschossen hat. Erst dann fahren sie das Mädchen ins Spital Uster. Bei ihrem Eintreffen, war gemäss eines Arztes, Celine Franck bereits tot.
Doch Sabit I. handelte laut Staatsanwalt völlig überlegt. Er löschte im Spital möglicherweise belastende SMS. Dem Arzt log er vor, sie seien von maskierten Kurden überfallen worden. Staatsanwalt Kägi schliesst nicht aus, dass das Bruderpaar erwogen hatte, die sterbende Celine im Greifensee zu versenken.
Entsorgt haben die Brüder dafür die Tatwaffe. Auch beim Prozessauftakt weigerte sich Sabit I. über den Verbleib der Pistole Auskunft zu geben. Nach dem tödlichen Schuss nahm sich der Kosovo-Albaner sogar Zeit, vier Patronen am Boden des Autos zusammenzusuchen.
Sechs Tonnen Wäsche durchsucht
Er will sie dann im Spital weggeworfen haben. Daraufhin wurden unter anderem sechs Tonnen Spitalwäsche durchsucht - doch konnten die Patronen nicht gefunden werden.
Sabit I. beteuert, der Schuss sei unbeabsichtigt gewesen. Er habe gedacht, er hätte alle Patronen aus der Waffe entfernt. Der Staatsanwalt glaubt dies nicht. «In über zwanzig Einvernahmen hätte der Beschuldigte die Chance gehabt, zu sagen, was wirklich geschehen ist. Stattdessen erfand er dauernd neue Lügengeschichten. Sein Verhalten ist ein Trauerspiel.»
Aufgrund seiner Agressivität, die er bereits in der Vergangenheit zeigte, sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der Kosovare einen Mensch tötet. Auch für den bekannten Zürcher Gerichtspsychiater, Frank Urbaniok, ist Sabit I. hochgefährlich. In seinem Gutachten führt er aus, der Mann zeige «eine geringe Hemmschwelle für tötungsnahe Handlungen».
Vater «dankt» dem Täter
Er fordert eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren wegen Mordes und Gefährdung des Lebens. Nach dem Staatsanwalt ergriff auch Stephane Franck, der Vater der getöteten Celine, das Wort. «Die gewonnenen Erkentnisse sind erschreckend. Celine wurde regelrecht hingerichtet.
Die Tat ist für mich rätselhaft und nicht nachvollziehbar.» Dann wandte sich Stephane Franck an den jungen Mann, der ihm sein einziges Kind entrissen hatte. Er «dankte» Sabit I., dass er Celine nicht im Greifensee versenkt, sondern ins Spital gebracht hatte.
Das Urteil wird Ende Woche erwartet.
*Name der Redaktion bekannt
Eine Freiheitsstrafe von höchstens 39 Monaten wegen fahrlässiger Tötung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz erachtet der Verteidiger im Mordprozess vor dem Bezirksgericht Uster ZH als angemessen. Knapp drei Jahre Untersuchungs- und Sicherheitshaft sollen angerechnet werden.
Der Rechtsvertreter des heute 23-jährigen Angeklagten, der im März 2009 seine knapp 17-jährige Freundin erschossen hat, stellte am Dienstag seine Anträge. Dabei forderte er einen Freispruch vom Mord und vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens.
Laut Verteidiger Mario Bortoluzzi war es keine gewollte Tat, sondern ein Unfall. Sein Mandant sei sicher gewesen, alle Patronen aus dem Pistolenmagazin entfernt zu haben, als er der jungen Frau die Pistole an den Hals gehalten und abgedrückt habe. Er habe vor ihr, die erst seit kurzem seine Freundin war, mit dummem Machogehabe angeben wollen.
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Montag, 6. Februar, Bezirksgericht Uster. Der Mordprozess gegen Sabit I. (23) lockt viele Besucher nach Uster.
(Newspictures)
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