Für «Disziplin und Sicherheits-Bewusstsein» VBS schickt 15-Jährige an die Waffen

Jugendliche werden mit Steuergeldern am Sturmgewehr ausgebildet – einige sind dagegen, andere sehen keine Bedenken. «Die heutige Jugend ist reifer als andere Generationen», sagt SSV-Präsidentin Dora Andres.

Junge Schützen sollen gefördert werden, findet der Bundesrat. play
Der Bundesrat zeigt Herz für Junge – zumindest für 15- und 16-jährige, die gerne mit dem Sturmgewehr hantieren. EQ Images

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Der Bundesrat zeigt Herz für Junge – zumindest für 15- und 16-jährige, die gerne mit dem Sturmgewehr hantieren. In ihrer letzten Sitzung beschloss die Landesregierung, Jugendliche in Zukunft früher an der Waffe auszubilden. Sie senkt das Mindestalter für die zum grössten Teil staatlich finanzierten Jungschützenkurse per 1. Januar 2016 von 17 auf 15 Jahre.

Der Bundesrat folgt damit ­einem Anliegen der Schützenvereine und des Schweizerischen Schiesssportverbandes (SSV).

VBS-Sprecher Renato Kalbermatten sagt, es gehe darum, das Interesse für sportliches Schiessen früh zu wecken: «Den Jungschützen wird Disziplin und Sicherheitsbewusstsein beigebracht.»

Sicherheitspolitiker sind allerdings skeptisch. GLP-Nationalrat Beat Flach (AG) hält «nicht viel davon, die vormilitärische Ausbildung zu forcieren». Er zweifelt, ob es überhaupt ein Bedürfnis dafür gebe. Und SP-Nationalrätin Chantal Galladé (ZH) findet es «total daneben», dass «Jugendliche mit Steuergeldern am Sturmgewehr ausgebildet werden». Sie plädiert für eine Erhöhung des Alters.

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«Für die Vereine ist der Nachwuchs von zentraler Bedeutung»: SSV-Präsidentin Dora Andres. zvg

SSV-Präsidentin Dora Andres dagegen sagt: «Für die Vereine ist der Nachwuchs von zentraler Bedeutung.» Insofern helfe der Entscheid natürlich.

Bedenken hat sie keine: «Die heutige Jugend ist reifer als andere Generationen und beginnt mit vielem früher. Da gibt es keinen Grund, das Schiessen erst ab 17 zuzulassen.» Die Sicherheit stehe an erster Stelle. 15-Jährige würden von Jung­schützenleitern betreut. «Wir versuchen den Jugendlichen früh klarzumachen, dass die Waffe nicht gefährlich ist, sondern der Mensch, der sie bedient.» Gerade für «hyperaktive Jugendliche» stelle der Schiesssport eine Möglichkeit dar, die «Konzentration zu fördern». Andres hofft, «dass wir viele ­Jugendliche für den Schiesssport begeistern können». Beim VBS bedankt sie sich «für die Bemühungen».

Publiziert am 24.11.2015 | Aktualisiert am 24.11.2015
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Ist es richtig, das Mindestalter für Jungschützen zu senken?

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  • Christian  Gerber 25.11.2015
    Von der Talenterfassung für den Sport sind die Jungschützenkurse mit 15 ohnehin schon zu spät dran. In allen andern Sportarten beginnt eine zielgerichtete Ausbildung im frühen Schulalter. Das eigentliche Sportschiessen hat vergleichbare Strukturen und ist wie eine zweite Schiene neben dem sogenannt Ausserdienstlichen Schiesswese im SSV integriert. Die Sportgeräte sind Kleinkaliber und Luftgewehr, Luftpistole und Sportpistole. Das sind die Grundlagen für regionalen und nationalen Spitzensport.
  • Dieter  Sprenger 24.11.2015
    Was soll daran Falsch oder Ablehnend sein? Jungschützenkurse sind zudem freiwillig und auch als Hobby zu betrachten,auch wenn mich persönlich dieses Hobby damals wenig interessierte,vor allem auf Grund der nachfolgenden Waffenreinigungsarbeiten. Doch Grundsätzlich sind Jungschützenkurse zu begrüssen und leisten sogar einen Beitrag für den richtigen und vernünftigen Umgang mit Waffen. Jene Kreise welche die Schweizer aus ideologischen Gründe ganz entwaffnen möchten, finden immer Vorbehalte !
  • Andy  Willi , via Facebook 24.11.2015
    Ich schiesse seit meinem 10. Lebensjahr. Ich hatte noch nie dumme Gedanken, weil ich von Anfang an richtig im Umgang mit der Waffe geschult wurde. Ich sehe die Senkung als kekn Problem an, die Vereine achten auf verantwortungsvolle Ausbildner. Das Problem mit dem Nachwuchs ist da, es kann mit der Senkung dagegen angeströmt werden.
  • Timo  Glauser 24.11.2015
    Die heutige Jugend ist reifer als andere Generationen und beginnt mit vielem früher. Komisch nur, dass Vertreter eben dieser Generation zwei Jährchen Heimerziehung kassieren, wenn sie einem Mitfünziger den Schädel einschlagen und ihn zum Krüppel prügeln. Begründung: Das Gehirn sei bei Jugendlichen noch nicht voll entwickelt. Sie können daher keine volle Verantwortung für ihre Taten übernehmen und folglich auch nicht wie Erwachsene zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 24.11.2015
    Find ich doch schön, Jugendliche erhalten eine professionelle Betreuung: ersten treffen dann die Jungschützen endlich wieder und sie lernen den richtigen Umgang mit Waffen. Noch besser wäre es gleichzeitig die Jugendlichen im Umgang mit Genussmittel professionel zu betreuen.