«Für die Bewertung ist der Arbeitgeber zuständig»: Bähnler-Gewerkschaft warnt vor ÖV-Testern

Ab April reisen anonyme Tester mit dem Regionalverkehr und erfassen allerhand Daten – auch über das Personal. Diese müssen anonym erfasst werden, fordern Arbeitnehmer-Vertreter.

Schwarzfahrer sorgen für Pendenzenberg bei Staatsanwälten. play
Kontrolleure bekommen es bald mit sogenannten Mystery-Testern zu tun. Keystone

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Bald sind in Schweizer Trams, Bussen und Bahnen anonyme Testkunden unterwegs. Sie sollen einerseits kontrollieren, wie es um die Sauberkeit und Pünktlichkeit im Regionalverkehr steht – aber auch die Kundenfreundlichkeit des Personals steht auf dem Prüfstand. Das setzt die Kontrolleure zusätzlich unter Druck.

Peter Moor-Trevisan vom SEV, der Gewerkschaft des Bahnpersonals, warnt: «Eine solche Bewertung muss anonym erfolgen und darf nicht auf den einzelnen Angestellten zurückfallen.» Für die Qualifikation der Mitarbeiter sei der Vorgesetzte zuständig. Grundsätzlich sei die Qualitätskontrolle jedoch zu begrüssen, so Moor-Trevisan.

Die gesammelten Daten landen in einer Datenbank, teilt das verantwortliche Bundesamt für Verkehr (BAV) mit. Der Bund, die Kantone und die Transportunternehmen sollen Zugriff auf die Daten haben, die sie betreffen. 

Die Tests kosten 3 Millionen Franken pro Jahr

Im Rahmen eines neuen Systems zur Qualitätskontrolle werden ab April 60 bis 70 Tester in den Kantonen Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg, St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell unterwegs sein – ausgestattet mit einem mobilen Erfassungsgerät. Ein Pilotprojekt mit einem Dutzend Transportunternehmen ist im Jahr 2015 erfolgreich über die Bühne gegangen.

Wie ein solcher Bewertungskatalog genau aussieht, will das BAV nicht verraten. Je nach Objekt (z.B. Qualität im Zug, Info an der Haltestelle, Info im Fahrzeug) gebe es verschiedene Checklisten. Für die unterschiedlichen Bereiche gebe es verschiedene Zielwerte – diese werden jedoch zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.

Die Kosten des Systems belaufen sich schätzungsweise auf drei Millionen Franken pro Jahr, wie BAV-Specherin Florence Pictet auf Anfrage mitteilt. «Angesichts des grossen Nutzens ist das gerechtfertigt», so Pictet.

Es werden immer noch Tester gesucht

Der öffentliche Verkehr werde durch die Steuerzahlenden und den Reisenden mit dem Kauf der Fahrkarte finanziert. «Es ist also völlig normal, dass sie einen angemessenen Gegenwert für ihr Geld erhalten.» Die Kontrolle diene Dazu, Qualitätsstandards einzuhalten.

Der Bund und die Kantone wollen so die Qualität des Regionalverkehrs kontrollieren, die sie mit jährlich 1,8 Milliarden Franken mitfinanzieren. Er soll sicherstellen, dass die Transportfirmen dauerhaft Mindeststandards bei der Kundenfreundlichkeit und Effizienz einhalten.

Übrigens werden noch immer Tester für ein Pensum zwischen 35 bis 50 Prozent gesucht: Bewerben kann sich Jung bis Alt – wer zuverlässig ist, sich für den Öffentlichen Verkehr interessiert und mit einem Smartphone umgehen kann. Zudem sollte man bereit sein, zwischen fünf Uhr morgens und ein Uhr nachts zu arbeiten – eine Test-Tour dauert bis zu fünf Stunden am Tag.

Publiziert am 24.02.2016 | Aktualisiert am 16.03.2016
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  • Ernst  Fischer aus Baltenswil
    24.02.2016
    Für diesen Quatsch hat die SBB und Herr Meyer Geld. Es gäbe bei den Bahnen noch dringendere Aenderungen, damit die Passagiere zufrieden sind. Auch der hochgelobte Fahrplanwechsel hat Fehler und ist keineswegs auf die Fahrgäste abgestimmt. Es gibt nämlich noch andere Fahrstrecken als Ost/West und Nord/Süd.
  • Roman  Camenzind aus Gersau
    24.02.2016
    Würde die SBB - Teppichetage,mehr Wert auf Kundenreklamationen oder auch positive Rückmeldungen,der Kunden legen,würden sie 3 Millionen sparen,aber wer denkt in der Teppichetage schon ans sparen,dürfte sich bei denn lieben Leuten,als "Fremdwort" entpuppen.
  • Gerhard  Steinmann, Gerhard 24.02.2016
    Ich bin eindeutig für professionelle Tester mit den notwendigen Verbindungen zur "Leitung" im ÖV !
    Habe selber schon Beanstandung über angetrunkenen Bus-Chauffeur an die Zentrale gemeldet und wurde als Lügner bezeichnet. Sogar der Direktor der Abteilung hat den Mitarbeiter zu 100 Prozent in Schutz genommen und mich sehr kritisiert. Konnte das entsprechende Restaurant, die Bus Nr,den Kurs und die Uhrzeit melden, sass sogar selber im Bus. Fahre nie mehr Bus in Winterthur!

  • anneliese  hofer 24.02.2016
    zu viel geld für kontrollen.wer ist ein guter angestellter?derjenige der den chefs den schmus bringt,derjenige der die meisten anschwärzt,derjenige der in der richtigen partei ist? 3 millionen für verdeckte kontrollen, sind wir nun in einem pölizeistaat? dieses geld würde den untersten lohnklassen mehr bringen.
  • Peter  Brunner 24.02.2016
    Das hatten wir bei der damaligen Swissair vor 45 Jahren in der Kabine auch schon.
    Nichts Neues.