Freidenker fordern Diese schönen Gipfelkreuze sollen weg!

Berge sind öffentlicher Raum. Da haben Kreuze nichts verloren. Finden die Schweizer Freidenker.

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Auf allen Gipfeln ist Ruh’, sagt man. Und auf allen Gipfeln steht ein Kreuz, weiss man. Jetzt stehen diese Kreuze zur Debatte – und prompt ist es aus mit der Ruh’.

Die Freidenker-Vereinigung Schweiz (siehe Box) hat genug von frommem Schmuck auf Bergspitzen, berichtete die «Zentralschweiz am Sonntag». «Wir wollen keine neuen Gipfelkreuze», sagt Reta Caspar (53), Geschäftsführerin der Freidenker, zu BLICK. «Die meisten von ihnen wurden ja erbaut vor 1969, also vor Inkrafttreten des heutigen Raumplanungsgesetzes. Heute braucht es dafür eine Baubewilligung. Und da erwarten wir von den Behörden, dass sie äusserste Zurückhaltung üben.»

Berge sind öffentlicher Raum. Und der soll frei sein von religiösen Zeichen. Umso mehr, als Christen in diesem Land nicht mehr die grosse Mehrheit seien: «Die Volkszählung 2010 wird wohl zeigen, dass in der Schweiz mindestens 20 Prozent der Bevölkerung konfessionslos sind», ist Reta Caspar überzeugt.

Auch Urs Wellauer (51) bezeichnet sich als nicht religiös. Aber er ist auch Bergführer, präsidiert den Bergführerverband – und findet die Idee der Freidenker absurd: «Was stören diese Kreuze jetzt die Freidenker? Wer von deren Verein steigt schon regelmässig auf die Berge? Gipfelkreuze sind Kultur. Sie stehen seit Jahrhunderten. Und sollen noch Jahrhunderte stehen.»

Mindestens ein Bergführer kämpft dagegen an: Der Freiburger Patrick Brussard (48) sägte vor einem Jahr mehrere Gipfelkreuze um. «Als Reaktion auf die Untaten der Kirche», erklärte er. Inzwischen plant er gar eine Initiative zur Abschaffung aller Gipfelkreuze.

«So eine Initiative würden wir unterstützen», verspricht Reta Caspar. «Es hat nämlich nichts mit Religionsfreiheit zu tun, das ganze Land mit Kreuzen vollzupflastern.»

Dabei setzte es letzte Woche für die Schweizer Freidenker eine Niederlage. Mitglied David Schlesinger (41) hatte erreicht, dass in Triengen LU, in der Schule seiner Kinder, Kruzifixe gegen schlichte Kreuze getauscht werden. Darauf bekam der gebürtiger Deutsche Morddrohungen. Am Freitag verliess er samt Familie das Land. Prompt überlegt sich die Schule jetzt, die Kruzi-fixe wieder aufzuhängen.

Die Gipfelkreuz-Gegner werden sich nicht so einfach vertreiben lassen.

Publiziert am 25.10.2010 | Aktualisiert am 20.01.2012

Das sind Freidenker

Freidenker orientieren sich an der Wissenschaft und am Humanismus. Sie lehnen religiöse Glaubenssätze ab und sind darum oft Atheisten oder Agnostiker – ein Atheist ist der Auffassung, dass es keinen Gott gibt; ein Agnostiker sagt, dass der Mensch die Frage, ob es einen Gott gebe, gar nicht beantworten kann.

Trotz der Unabhängigkeit von Glaubensregeln beziehen sich Freidenker ausdrücklich auf ethische Grundsätze wie Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Gewaltverzicht. Die Schweizer Freidenker sind seit 1908 in der Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) organisiert.

Ihr Vorhaben, die Kampagne «Wahrscheinlich gibt es keinen Gott …» gemäss englischem Vorbild in Schweizer Trams und Bussen zu lancieren, scheiterte letztes Jahr: Die ÖV-Unternehmen lehnten die Plakate ab.
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Im Visier der Freidenker: Das Gipfelkreuz auf dem Walliser Eggishorn (2934 m). play
Im Visier der Freidenker: Das Gipfelkreuz auf dem Walliser Eggishorn (2934 m).
Gipfelkreuze: Ja oder Nein?

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108 Kommentare
  •   26.10.2010
    ...und was ist mit gekreuzten Aesten auf Bäumen, muss man die auch nachschneiden, und ja nie mehr Spagetti kochen, die könnten ja kreuzweise im Topf liegen ( Nur noch Penne verwenden??? )...
    Einfach nur blöd!!!
  •   26.10.2010
    Die einzigen die weg müssen, sind die Freidenker.
  •   26.10.2010
    Diese Freidenker sollten gar kein Platz bekommen in den Medien, absolute Verbloedung. Wahrzeichen der Berge, Kultur, das muss uns wichtiger sein als diese Spinner. Es hat noch genuegend Berge auf der Welt wo wir sie hinschicken koennten und ihr Freidenker Leben ausleben koennten.
  •   26.10.2010
    frau Caspar, macht Ihnen der Vollmond probleme? Ist ein Friedhof nicht auch ein oeffentlicher Raum, dort stehne naemlich auch ein paar Kreuze herum, zum Glueck sind die schweizer Bergsteiger die diese Kreuze auf den Spitzen aufgebaut haben, besser im Schuss als diese Freidenker - nuts, drum Haende weg, sucht euch eine andere Windmuehle gegen die ihr kaempfen koennt.... (auch unsre Schweizerfahne hat ein Kreuz drinn....)
  •   25.10.2010
    waaas, seit 1908 wurden diese freidenkspinner auf die Menschheit losgelassen.... bis jetzt hat man ja nicht viel davon gehoert, so scheinen sie auch nicht so wichtiog zu sein