Freddy Nock schafft Weltrekord

  • Publiziert: 30.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

GRAINAU (D) – Der Schweizer Hochseilkünstler Freddy Nock schaffte einen unglaublichen Rekord. Er stieg auf die Zugspitze – auf dem Seil der Luftseilbahn.

Wer schon beim Anblick von Trapez-Nummern im Zirkus gebannt ist, wird es heute auf der Zugspitze erst recht gewesen sein: Der Schweizer Hochseilartist Freddy Nock balancierte über eines der Tragseile der 995 Meter langen Gletscherbahn auf Deutschlands höchsten Berg – ohne jegliche Sicherung.

«Ich bin angekommen, ich bin glücklich, wow», sagte der 44- jährige Artist. Auf der Besucherterrasse nahe dem 2962 Meter hohen Gipfel verfolgten etliche Zuschauer den spektakulären Rekordversuch. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sie gut sehen, wie ihnen Nock mit einer 20 Kilogramm schweren Balancierstange entgegenkam. Am Samstag hatte der Artist bei dichtem Nebel einen ersten Versuch abgebrochen. Das Seil war zu rutschig.

Heute versuchte es Nock also zum zweiten Mal. Mit Turnschuhen an den Füssen bestieg er gegen 16 Uhr das Seil an der Talstation der Gletscherbahn. «Wahnsinn», lautete einer der Kommentare, die zu diesem Zeitpunkt von den Schaulustigen an der 348 Meter höher gelegenen Bergstation auf der Zugspitze zu hören sind.

Die Drahtseile der Gletscherbahn haben an der steilsten Stelle eine Steigung von 56 Prozent. Bis zum Boden geht es stellenweise 130 Meter in die Tiefe. Mit seinem weissen T-Shirt hob sich Nock in der Ferne von den grauen Geröllmassen des Zugspitzplatts ab.

Etwa 50 Minuten später lagen nur noch wenige Meter vor Nock. Für die Zuschauer und die Fotografen posierte er noch ein bisschen und stand einbeinig auf dem fünf Zentimeter dicken Drahtseil. Dann verschwand er aus dem Blickfeld. Nach noch nicht einmal einer Stunde war der wagemutige Versuch geglückt. Jetzt will Nock den Eintrag ins «Guinness-Buch der Rekorde» erreichen.

«Die Luft hat mir schon zu schaffen gemacht», sagte Nock später wenige Meter vom goldenen Gipfelkreuz der Zugspitze entfernt. Artistische Übungen erfordern wegen der dünnen Luft auf diesem Höhenniveau ganz besonders viel Kraft. Trotzdem meinte Nock: «Ich könnte jetzt gleich noch mal da hoch gehen.» Und tatsächlich denkt Nock bereits daran, seine Leistung noch einmal zu übertreffen. Beim nächsten Mal wolle er eine Seilbahn ohne Balancierstange laufen. (gca)

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