Wegen dieser Aussage gerät der Thurgauer Volksschul-Chef Walter Berger unter Druck.
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Walter Berger (60), Chef des Thurgauer Amts für Volksschule.
(Reto Martin)Walter Berger (60) redete nicht um den heissen Brei herum. Für den Lehrerberuf seien Frauen «eindeutig geeigneter als Männer». Berger ist Chef des Thurgauer Amts für Volksschule. Der Chef aller Thurgauer Lehrer. Das Zitat stand in der neusten Ausgabe des «Schulblatts Thurgau», der Zeitschrift des kantonalen Erziehungsdepartements.
Im Video zum Artikel legte er nach. «Ich bin acht Jahre Schulinspektor gewesen, habe mehrere Tausend Schulbesuche gemacht. Mein Fazit, das ich ziehen musste, ist eindeutig», so Berger. «Frauen sind zuverlässiger, anpassungsfähiger, kommunikativer, sozial intelligenter als Männer.»
Die Thurgauer Bildungspolitikerin Verena Herzog (56, SVP) ist damit nicht einverstanden. «Was Berger da gesagt hat, ist ein Affront gegenüber allen männlichen Lehrern.»
«Bergers Aussagen sind völlig daneben», sagt auch Kantonsrat Peter Gubser (62, SP). «Sie haben mich sehr getroffen. Ich bin selber Lehrer. Er hat sich schon früher negativ über Lehrerinnen und Lehrer geäussert. Jetzt wird es Zeit, dass er vorzeitig in Pension geht.»
Sogar der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH stimmt ihm teilweise zu. «Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass Frauen besonders empathische und damit erfolgreiche Lerncoachs sind», sagt Jürg Brühlmann (56), Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des LCH.
Er habe Verständnis für die Aussage Bergers. «Auch wenn ich sie anders formulieren würde: Die Herausforderungen im Beruf sprechen heute eher Frauen als Männer an.»
In der «Thurgauer Zeitung» forderte die Präsidentin des Lehrerverbands Bildung Thurgau eine «umfassende Erklärung». Gar kein Verständnis hatte offenbar auch Bergers Vorgesetzte, Regierungsrätin Monika Knill (40, SVP). Nach einer «Besprechung» mit ihr verschickte Berger gestern Nachmittag eine «persönliche Erklärung».
«Aus Distanz betrachte ich diese Einschätzung als falsch und nehme Abstand davon», krebst er zurück. «Die Thurgauer Volksschule braucht Männer und Frauen.» Er entschuldige sich «bei allen, die ich durch meine Äusserungen im Berufsempfinden verletzt habe».
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