Ärger für Volksschul-Chef wegen dieser Aussage: «Frauen sind die besseren Lehrer»

Wegen dieser Aussage gerät der Thurgauer Volksschul-Chef Walter Berger unter Druck.

  • Aktualisiert: 29.08.2012
  • Von Adrian Schulthess
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Walter Berger (60), Chef des Thurgauer Amts für Volksschule.

(Reto Martin)

Walter Berger (60) redete nicht um den heissen Brei herum. Für den Lehrerberuf seien Frauen «eindeutig geeigneter als Männer». Berger ist Chef des Thurgauer Amts für Volksschule. Der Chef aller Thurgauer Lehrer. Das Zitat stand in der neusten Ausgabe des «Schulblatts Thurgau», der Zeitschrift des kantonalen Erziehungs­departements.

Im Video zum Artikel legte er nach. «Ich bin acht Jahre Schul­inspektor gewesen, habe mehrere Tausend Schulbesuche gemacht. Mein Fazit, das ich ziehen musste, ist eindeutig», so Berger. «Frauen sind zuverlässiger, anpassungsfähiger, kommunikativer, sozial intelligenter als Männer.»

Die Thurgauer Bildungspolitikerin Verena Herzog (56, SVP) ist damit nicht einverstanden. «Was Berger da gesagt hat, ist ein Affront gegenüber allen männlichen Lehrern.»

«Bergers Aussagen sind völlig daneben», sagt auch Kantonsrat Peter Gubser (62, SP). «Sie haben mich sehr getroffen. Ich bin selber Lehrer. Er hat sich schon früher negativ über Lehrerinnen und Lehrer geäus­sert. Jetzt wird es Zeit, dass er vor­zeitig in Pension geht.»

Hat Berger recht? Sind Männer die schlechteren Lehrer?

Sogar der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH stimmt ihm teilweise zu. «Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass Frauen ­besonders empathische und ­damit erfolgreiche Lerncoachs sind», sagt Jürg Brühlmann (56), Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des LCH.

Er habe Verständnis für die Aussage Bergers. «Auch wenn ich sie anders formulieren würde: Die Herausforderungen im Beruf sprechen heute eher Frauen als Männer an.»

In der «Thurgauer Zeitung» forderte die Präsidentin des Lehrerverbands Bildung Thurgau eine «umfassende Erklärung». Gar kein Verständnis hatte offenbar auch Bergers Vorgesetzte, Regierungsrätin Monika Knill (40, SVP). Nach einer «Besprechung» mit ihr verschickte Berger gestern Nachmittag eine «persönliche Erklärung».

«Aus Distanz betrachte ich diese Einschätzung als falsch und nehme Abstand davon», krebst er zurück. «Die Thurgauer Volksschule braucht Männer und Frauen.» Er entschuldige sich «bei allen, die ich durch meine Äusserungen im Berufsempfinden verletzt habe».

Sind die Männer schlechtere Lehrer?»

Beliebteste Kommentare

  • Helmut  Kiesalter , Zürich
    Ich habe im Rahmen meiner Schulbesuche als Schulpfleger eines festgestellt,
    egal ob Männlein oder Weiblein, Engagement ist das A und O für einen guten Lehrer/in.
    Deshalb ist es müssig darüber zu streiten.
  • Manfred  Schnyder , Wanzwil
    Tja, dies ist seine Meinung. Ob Mann oder Frau. Ich hatte ein tollen Lehrer Hr. Hercher und eine super tolle Silvia als Kochlehrerin. Gleichzeitig, aber auch wenig kompetente. Wichtig ist es von beiden Lehrkörpern unterrichtet zu werden.
    • 30.08.2012
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Alle Kommentare (34)

  • Marion   Jost , Schönenwerd
    Wow, sobald mal die Frauen gelobt werden, schreien die Herren der Schöpfung Zeter und Mordio!! Sind wir noch im Mittelalter oder was? Habt ihr auch bedacht dass es Frauen sind die ihre Kinder erzogen haben????? Jeder der hier motzender Männer hat doch auch eine Mutter oder? Wenn diese nicht empathisch wäre wären diese Männer vermutlich ziemlich schief geraten... denkt doch auch mal daran!! Tststs
    • 30.08.2012
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  • Hanspeter  Elmer , Glarus
    Wenn ich Dinge wie "Lerncoachs" aus dem Munde eines Pädagogen höre, da sträuben sich mir die Nackenhaare. Diese Wohlfühl-Heinis aus der Massenproduktionsanstalt der Pädagogischen Hochschule vermehren sich wie Hasen auf dem Felde. Nur schade, dass man an einer Pädagogischen Hochschule keinen gesunden Menschenverstand lernen kann, denn das hätte viele dieser Berufsgruppe nötig. Unabhängig davon, ob Mann oder Frau.
    • 30.08.2012
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  • Martin  Rhyner , via Facebook
    Was für eine Aussage. Es braucht sicher beide Geschlechter im Schulwesen. Es gibt ja auch Madchen und Jungs die auf die Leistungsgesellschaft vorbereitet werden müssen. Vielleicht auf sozialpolitischer Ebene mögen Frauen besser sein, aber auch Männer haben ihre Berechtigung und ihre Qualitäten im Lehrerberuf. Im zuge der Emanzipation könnte es ja gut sein das die Jungs/Männer bei weiblichen Lehrkräften eher etwas unten durch müssen. Es braucht Männer im Lehrerberuf. Mehr denn je. Sonst werden all die Jungs noch ganz weichgespühlt und auf rosa getrimmt. Also.... es braucht beides. Männlein und Weiblein. ;-
    • 30.08.2012
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  • Fridli  Rene , Rotkreuz
    hab das gegenteil erlebt in meiner Schullaufbahn. Eine überforderte Lehrerin ist viel schlimmer, als ein überforderter lehrer! Genau eben, weil die Frauen emozionaler sind. Das ist ein zweischneidiges Schwert!
    • 30.08.2012
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  • Peter  Hochreutener , Basel , via Facebook
    Sozial intelligenter und emphatischer? Da kriengelt sich die Feder des Füllis. Meine Erfahrung als Vater und Ex-Schüler zeigt das Frauen im Lehrerberuf völlig überbewertet sind. Sie haben diesen Beruf häufig "gelernt" weil es ein gutbezahlter Teilzeitjob ist!!! Zudem finde ich es mehr als fraglich, wenn praktisch nur noch Frauen Kinder unterrichten. Da werden bei den Schüler/innen geschlechtsspezifische Probleme geschürt. Die Frauenquote welche in der Arbeitswelt immer wieder für Aufregung sorgt, sollte im Lehrerberuf massiv runter gesetzt werden. Es kann nicht sein das die letzten Männer welche an einer Schule angestellt sind nur noch den Schulhausabwart darstellen.
    • 30.08.2012
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