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Das tödliche Drama geschah am Freitagabend gegen 22 Uhr an der Bushaltestelle «Hönggerberg» (rechts im Bild).- Philippe Rossier
Wer hat sie abgefeuert? Ein irrer Heckenschütze? Die 16-jährige Italienerin wartete am Freitagabend gegen 22 Uhr mit einem Freund auf den Bus, als es plötzlich knallte und das Mädchen tödlich getroffen zusammensackte.
Fast auf den Tag genau vor 11 Jahren wurde kaum 2 Kilometer entfernt ein Autofahrer auf die gleiche Art getötet. Der Fall wurde nie aufgeklärt (siehe Kasten unten).
Gestern Sonntag. Francescas Eltern stehen immer noch unter Schock. Sie müssen psychologisch betreut werden. Vor dem Haus der Coiffeur-Lehrtochter warten Freunde. Sie sind gekommen, um Francescas Vater und Mutter und dem Bruder Pasquale (19) ihr Beileid auszudrücken. Die meisten stammen ursprünglich aus Süditalien, wie Francescas Familie.
Während dem ganzen Sonntag pilgern Freunde und Verwandte an den Tatort oben auf dem Hönggerberg an der Bushaltestelle der Linie 80. Hier halten sie in Trauer inne. Viele beten und zünden eine Kerze an.
«Sie war der Sonnenschein im Neumarkt», sagt Adriano Malanino (24), Inhaber des Computerspiele-Shops «Game Stop».
Erst im August hat Francesca beim benachbarten Coiffeurladen «Gidor» eine Lehre begonnen. «Sie kam immer zum Rauchen zu uns rüber», sagt Adriano Malanino. Daraus habe sich eine dicke Freundschaft entwickelt. Er legt an der Bushaltestelle einen Blumenstrauss nieder.
Niemand kann verstehen, dass Francesca tot ist. Alle kannten sie als äusserst liebenswerte Kollegin. Auch Nachbar Patrick Fleischlin (20) weiss nur Gutes. Er klebt ein grosses Herz an die Bushaltestelle. «Du bleibst für immer in unseren Herzen», steht auf Italienisch geschrieben. «Sie war wie eine Schwester für mich», sagt er.
Auch Leute, die Francesca fast nur im Ausgang traf, sind auf den Hönggerberg gepilgert, um der toten Francesca Ehre zu erweisen. Da sind Vera (16), Veronica (15) und Matteo (15). Matteos Cousin Andrea (18) war mal mit Francesca zusammen. «Mein Cousin steht unter Schock und spricht mit niemandem», sagt Matteo. «Wir können immer noch nicht glauben, was da passiert ist.»
Alle stellen sich die gleiche Frage: Wie kann man nur ein so lebensfrohes Mädchen töten? Die Polizei hat noch keine Anhaltspunkte zum Tötungsdelikt, sagt Kapo-Zürich-Sprecher Stefan Oberlin.
Es gab viele Hinweise. Die Anteilnahme sei riesig, aber brauchbare Aussagen seien selten. Die Zeugen, die man vorgestern suchte, haben sich mittlerweile gemeldet. Entscheidendes haben aber auch sie nicht gesehen – sie kamen erst nach der Tat zur Bushaltestelle.
*Name der Redaktion bekannt