Forschung Schweizer Beteiligung an EU-Forschungsprogrammen rückläufig

Die Schweizer Beteiligung an europäischen Forschungsprogrammen ist erstmals rückläufig. Das zeigen erste Zahlen zu Horizon 2020. Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative werden Schweizer Forschende nicht mehr gleich behandelt wie Forschende aus der EU.

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Horizon 2020 ist das 8. europäische Forschungsrahmenprogramm. Es umfasst den Zeitraum 2014 bis 2020. Ein erster Vergleich mit dem Vorgängerprogramm zeige einen «massiven Rückgang der Schweizer Beteiligung», schreibt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Der Anteil der Schweizer Beteiligung an den Projekten ging demnach von 3,2 Prozent auf 1,8 Prozent zurück. Auch der Anteil der Beiträge, die an Schweizer Forschungsinstitutionen gingen, ist gesunken. Im 7. Forschungsrahmenprogramm waren 4,2 Prozent aller EU-Beiträge an Schweizer Forschungsinstitutionen gegangen. Bei den bisher verpflichteten Horizon-Beiträgen liegt der Anteil bei 2,2 Prozent.

Insgesamt zählt die Schweiz bisher im Rahmen von Horizon 318 Projektbeteiligungen. Für diese wurden Beiträge in der Höhe von 172,4 Millionen Franken gesprochen. Über 80 Prozent der Beiträge stammten jedoch vom Bund.

An einem Teil der Programme können sich Schweizer Forschende zwar beteiligen, erhalten aber keine Finanzierung aus der EU, weil die Schweiz an Horizon 2020 nur noch teilassoziiert ist. Der Bund ist in die Bresche gesprungen und fördert die Betroffenen direkt.

Die EU lehnt eine Vollassoziierung der Schweiz vorläufig ab, weil die Schweiz nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative das Protokoll zur Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht unterzeichnet hat. Vor Horizon hatte sich die Schweiz als assoziiertes Land am 7. Forschungsrahmenprogramm beteiligt. Dadurch hatte sie Zugang zu allen Programmteilen.

Seit der Assoziierung der Schweiz an die Forschungsrahmenprogramme im Jahr 2004 war jeweils eine höhere Summe in Form von Projektbeiträgen in die Schweiz geflossen, als der Bund in Form von Pflichtbeiträgen an die EU bezahlt hat, wie der Bericht weiter festhält.

So standen im 6. Programm den Schweizer Pflichtbeiträgen von 775,3 Millionen Franken Beiträge in der Höhe von 794,5 Millionen Franken gegenüber, die Schweizer Institutionen gewährt wurden. Die finanzielle Bilanz des 7. Programms steht noch nicht endgültig fest, dürfte aber ebenfalls positiv ausfallen.

Insgesamt wurden 2,482 Milliarden Franken an Schweizer Forschende ausgerichtet. Gemäss den heute verfügbaren Zahlen habe der Bund der EU einen Gesamtbeitrag von 2,263 Milliarden Franken gezahlt, heisst es im Bericht. Netto erhielt die Schweiz also 219 Millionen Franken. Negativ wirkte sich die Entwicklung des Wechselkurses aus.

Das 7. Forschungsrahmenprogramm dauerte von 2007 bis 2013. In der Rangliste der Länder nach erhaltenen Beiträge belegt die Schweiz als bestplatzierter assoziierter Staat den siebten Rang. Auf dem ersten Rang liegt Deutschland, gefolgt von Grossbritannien und Frankreich.

Projektvorschläge von Schweizer Forschungseinrichtungen hatten im 7. Programm eine gute Erfolgsquote. Fast jeder vierte Vorschlag (24,1 Prozent) wurde akzeptiert. Das lasse auf eine überdurchschnittliche Qualität schliessen, heisst es im Bericht.

Das erste Rahmenprogramm war im Jahr 1984 gestartet. Forschende an Schweizer Hochschulen und aus der Privatwirtschaft beteiligen sich seit 1987. Seither hatten sich die Anzahl der Beteiligungen und die Gesamtbeiträge laufend erhöht. Die Forschungsrahmenprogramme sind nach dem Schweizerischen Nationalfonds die zweitwichtigste Förderquelle für Forschende in der Schweiz. (SDA)

Publiziert am 21.01.2016 | Aktualisiert am 21.01.2016
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