Forscher entschlüsseln das Rätsel der Fortpflanzung Sex repariert unsere Gene

Sex dient nicht nur dem reinen Vergnügen, sondern repariert auch fehlerhafte Daten in einem Gen-Satz. Es besteht die Hoffnung, Erbkrankheiten künftig früher erkennen und behandeln zu können.

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Den Verdacht hatten wir schon lange, jetzt ist es wissenschaftlich erwiesen: Beim Sex geht es nicht nur ums reine Vergnügen – er hilft der Menschheit, gesund zu bleiben. Das fanden Wissenschaftler an der Universität im kanadischen Montreal heraus. Sie werteten die genetischen Daten von 1400 Menschen aus. Ergebnis: Unsere spezielle Art der Fortpflanzung hilft, über die Generationen defekte Gene zu reparieren. Dadurch sinkt für unsere Nachkommen das Risiko von Erbkrankheiten.

Während sich viele Tierarten ohne Partner vermehren (siehe Galerie), sind bei uns grundsätzlich immer ein Mann und eine Frau beteiligt. Er bringt seine Erbdaten auf Chromosomen via eine Spermie ein, sie ihre über die Eizelle. Bei der Befruchtung verschmelzen beide Teile zu einem vollständigen Datensatz.

Kleinere Fehler bei diesem Prozess werden meist sofort beseitigt: Der Körper registriert fehlerhafte Daten in einem Gen-Satz (z. B. vom Vater) und repariert sie durch Daten des zweiten Gen-Satzes der Mutter.

Die Forscher fanden heraus, dass auch langfristige Fehler bei der Vererbung – dem immer neuen Kopieren und Weitergeben der Erbinformation an die nächste Generation – nicht unbemerkt bleiben. Der Körper erkennt auch diese und repariert sie. Damit das neue Leben langfristig gesund bleibt. «Dieser Prozess kann allerdings Hunderte von Generationen dauern», sagt Philip Awadalla, der Leiter der Untersuchung, im Fachmagazin «Nature».

Die Wissenschaftler hoffen,  mit dieser Entdeckung künftig Erbkrankheiten früher erkennen und behandeln zu können. Ihr Ansatz: Die Mediziner sollen nun verstärkt jene Teile der Erbinformation untersuchen, die bisher nicht bei jeder Vererbung vom Körper geprüft – und bei Fehlern sofort korrigiert – werden.

Publiziert am 19.02.2015 | Aktualisiert am 19.02.2015
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2 Kommentare
  • Markus  Schneider 19.02.2015
    @Karen Mind: Man kann sich sogar fortpflanzen ohne Sex. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Leute heutzutage schon aus Reagenzgläsern und Retorte stammen und im Grunde bloss aus einem Sprutz in den Plastikbecher entstanden sind.
  • Karen  Mind 19.02.2015
    das hat nichts mit Sex sondern mit Fortpflanzung zu tun. Sex kann man haben ohne sich fortzupflanzen und dann gibt es keinen zu reparierenden Datensatz.