Flurina V. (53) befolgte die seltsamen Tipps von Itaj S. (47) «Er ging mit meinem Geld ins Bett – dann war er weg»

LUZERN - Morgen steht der «Lebensberater» Itaj S. vor dem Luzerner Kriminalgericht. Mit fiesen Tricks und magischen Ritualen soll er zwei Frauen um über 48'000 Franken betrogen haben.

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Im Internet protzt Itaj S.* (47) mit teuren Autos und italienischen Anzügen. Doch aus seinen Akten geht hervor: Er hat Schulden und kein geregeltes Einkommen. Morgen steht der Zürcher vor dem Luzerner Kriminalgericht. Er soll mindestens zwei Frauen um mehr als 48'000 Franken betrogen haben – mit einer perfiden Masche.

Itaj S. schaltete täglich ein Lockinserat in der serbokroatischen Zeitung «Vesti», die auch in der Schweiz erscheint. Unter falschem Namen gab er sich als «Dr. Theologe» und «Lebensberater» aus. Eines seiner Opfer ist Klägerin Flurina V.** (53). Aus Scham will sie unerkannt bleiben. 

Mit 11'000 Franken im Bett

«Ich rief ihn wegen Geldproblemen an», sagt sie zu BLICK. «Ich war verzweifelt, weil ich kurz zuvor meine Stelle verloren hatte.» Itaj S. nutzt ihre Notlage aus. Umgehend besucht er die Luzernerin und erklärt, dass schwarze Magie für ihr Pech verantwortlich sei. Sein Rezept: Sie müsse eine Nacht mit möglichst viel Geld in ihrem Bett schlafen.

Flurina V. glaubt ihm. Heimlich borgt sie das Ersparte ihrer beiden Töchter. Die Mutter sagt: «Dazu hat er mir sogar geraten.» Ingesamt kratzt sie 11'000 Franken zusammen. Der «Lebensberater» ist zufrieden. Er übergibt ihr zusätzlich mehrere Hundert Euro von sich – das schafft Vertrauen. Seine Anweisung: Auch damit müsse sie schlafen. 

«Er wirkte seriös»

Einen Tag später steht er wieder vor ihrer Tür. Jetzt brauche er das Geld für eine Nacht. Dank seiner positiven Energie werde es sich danach verdreifachen. Doch Itaj S. verschwindet mit den 11'000 Franken über alle Berge: «Er ging mit meinem Geld ins Bett – dann war er weg.»

Als Itaj S. nicht mehr ans Telefon geht und Flurina V. den Betrug bemerkt, bekommt sie Panik. «Ich schämte mich so», sagt sie und bricht in Tränen aus. «Deshalb erzählte ich meinen Töchtern lange nichts. Auf ihn reinzufallen, war dumm. Aber er wirkte seriös, war charmant und gut gekleidet.» Über zehn Kilo habe sie nach der dreisten Abzocke an Gewicht verloren.

Der Angeklagte streitet alles ab

Flurina V. ist nicht alleine. Auch Jolanda K.** (70) wurde Opfer von Itaj S. Sie übergab dem angeblichen Lebensberater 39'400 Franken in der Hoffnung, er würde die Summe vermehren. Laut Anklage verbrauchte er ihr Geld für private Zwecke.

Die Staatsanwaltschaft wirft Itaj S. Betrug vor, fordert zwölf Monate bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

* Name der Redaktion bekannt

** Namen geändert

Publiziert am 22.11.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
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8 Kommentare
  • Keller  Thomas aus Aarau
    23.11.2016
    Dann kriegt der doch meinen alten Opel,kann drinn Pennen und in zwei Wochen hab ich ein Ferarri.Ja ne ist klar Absurder gehts wohl nicht.Müsste aber auch Menschen in Not klar sein das dieses Vorgehen des Mannes niemals Früchte tragen kann..
  •   23.11.2016
    Sorry, darüber kann ich nur den Kopf schütteln. Immer und immer wieder fallen verzweifelte Menschen auf verschiedene, fiesen Maschen herein. Dass sich Geld über Nacht verdreifacht, da sollte schon die Alarmglocke klingeln.
  • Oskar  Mate 23.11.2016
    Das Traurigste an allem ist das Strafmass. 12 Monate bedingt. Super, das interessiert den doch nicht. Die Geschädigten schauen wie immer in die Röhre, weil das Geld längst verprasst ist. Wenn ich auf der Autobahn mit 150 im 100er erwischt werde, bin ich ein Krimineller der einen grossen Teil von seinem Lohn als Busse abdrücken muss. Strafe muss sein, aber das Strafmass steht in keinem Verhältnis
  • Urech  Hanna aus Basel
    22.11.2016
    Entschuldigung, aber ich muss eher lachen- irgendwie leben wir im digitaken Zeitalter und irgendwo im totalen Unverstand. Genau wie wenn einer mit 70 sich von Girlies ausnehmen lässt.Irgenwo hört bei mir das Frauenverstehen hier auf! Und ich bin auch eine.
  • Peter  Kühne , via Facebook 22.11.2016
    wer in der heutigen zeit noch so dumm ist muss für den spot nicht sorgen. es ist in keinster weise in ordnung was hier passiert ist. aber wer sich so verhält ist einfach selber schuld.